Marcel Siem hat bei der Open de France einen Rückschlag hinnehmen müssen und verlor mit einer 73er Runde die Führung im Leaderboard. Noch hat er alle Chancen auf den Turniersieg und die Teilnahme an den British Open, doch der Druck wächst.
Marcel Siem ist nicht zu beneiden. Auf der einen Seite spielt er bisher ein starkes Turnier bei der Open de France bei Paris. Doch sind seine Gedanken auch hie und da bei der in zwei Wochen beginnenden British Open. Er muss nur unter die Top Fünf kommen und schon wäre er beim Major dabei. Seine 73er Runde und der Sturz auf Platz vier waren da nicht zwingend förderlich. David Howell and Anders Hansen übernahmen die Spitze (207).
Zuvor hatte Siem dank seiner 68er Runden das Leaderboard angeführt, konnte die Spitzenposition jedoch nicht halten. Vier Bogeys bei zwei Birdies waren nicht genug, um die starke Konkurrenz abzuwehren. Mit 209 Schlägen hat er zwar eine gute Ausgangsposition, um das Turnier zu gewinnen, bei einer schwachen Schlussrunde könnten er sich Titel und British Open abschminken.
David Howell and Anders Hansen führen das Leaderboard an
Insgesamt war es ein abwechslungsreicher Tag, bei dem Howell and Hansen (207) sich schließlich den ersten Platz teilten. Zuvor hatte es nicht danach ausgesehen, da Hansen und George Coetzee praktisch den Tag über mit -8 an der Spitze gelegen hatten. Ein 35minütiges Gewitter machte den Spielern dann einen Strich durch die Rechnung.
Beide verloren ein wenig die Konzentration und Coetzee spielte zwei Bogeys an den letzten drei Löchern. Damit musste er die Führung abgeben, liegt mit 208 Schlägen jedoch nur einen Schlag hinter den Führenden. Auch Hansen kassierte zwei Bogeys an Loch 16 und 17, während Howell vom Fauxpas seiner Kollegen profitierte.
Fünf Birdies und nur ein Bogey verzeichnete der Engländer auf seiner Scorekarte und war natürlich zufrieden mit dieser Ausbeute. "Ich habe wunderbar gespielt", beschrieb es der auf Platz 350 der Weltrangliste liegende Howell auf europeantour.com. "Bisher waren es drei tolle Runden." Aber auch Hansen freute sich, trotz der verpassten Chance, das Feld alleine anzuführen.
Lokalmatador Jacquelin liegt gut im Rennen
"Ich bin natürlich auch zufrieden", erklärte Hansen. "Natürlich ist es ärgerlich, wenn man an Loch 16 und 17 jeweils einen Schlag verliert. Aber an einem solche harten Tag wie heute ist das eine sehr ordentliche Leistung." Lokalmatador Raphaël Jacquelin komplettierte die Top Vier mit einer 70 und bedankte sich beim Publikum, das ihn jederzeit unterstützte.
"Es war toll, die ganzen Zuschauer zu sehen, auch wenn das Wetter wirklich nicht schön war. Ich hoffe, sie sind morgen wieder dabei und unterstützen mich so grandios wie heute. Ich werde wieder mein Bestes geben. Für uns ist es eine Art fünftes Major und ein Sieg würde mir viel bedeuten. Aber ich will mich auch nicht zu sehr unter Druck setzen."
Der Weltranglisten-14. Martin Kaymer aus Mettmann, der gerade noch den Cut geschafft hatte, enttäuschte indes erneut mit einer 78er Runde und fiel in der Gesamtwertung mit 223 Schlägen weit zurück. Alex Cejka hatte am Freitag die Qualifikation für die beiden Schlussrunden verpasst.
