Die deutschen Tischtennis-Herren können Bronze holen, die Springreiter Marcus Ehning und Meredith Michaels-Beerbaum wollen die Medaillen angreifen, die Kanu-Flotte hat gleich mehrfach Gold im Visier und Matthias de Zordo und Betty Heidler betreten die olympische Bühne.
Kanu (ab.10.30 Uhr)
Die deutsche Kanu-Flotte paddelt auf Medaillenkurs. Einer-Europameister Sebastian Brendel im Canadier und Max Hoff im Kajak sowie die Kajak-Olympiasieger Martin Hollstein/Andreas Ihle und der Vierer-Kajak der Frauen bestreiten ihre Finals. Auf Gold programmiert ist der Kajak-Vierer der Frauen über 500 Meter. Aber auch alle anderen Athleten haben berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille. Sebastian Brendel im Canadier hofft darauf, dass ihm das Material nicht erneut einen Strich durch die Rechnung macht.
Bei den Weltmeisterschaften 2011 zerbrach sein Stechpaddel beim Start und beendete die WM-Hoffnungen. Nun hat er für Material gesorgt, dass seinen Kräften gerecht wird. "Für Olympia hat mir meine Firma Plastix in Warschau ein extra starkes carbonverstärktes Stechpaddel bauen lassen. Am Paddel solls also nicht scheitern", so Brendel laut tz-online.de. Der 24-Jährige braucht diese Spezialanfertigung, weil er vom Start bis ins Ziel ca. 260-mal in knapp vier Minuten das Paddel ins Wasser schlägt und somit etwa 50 kg pro Schaufelbewegung bewegt, insgesamt also rund 13 Tonnen Wasser.
Tischtennis: Das deutsche Team um Bronze
(ca. 11 Uhr):
Das Herren-Trio Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Bastian Steger spielt gegen Hongkong um die Bronzemedaille. Timo Boll enttäuschte in der Einzelwertung. Deutschlands bester Tischtennisspieler schied im Achtelfinale gegen den Rumänen Andrian Crisan früh aus. Im Halbfinale des Mannschaftswettbewerb zeigte er aufsteigende Form und konnte sogar den Chinesen Jike Zhang besiegen. Am Ende war China aber zu übermächtig und so wartet Hong Kong im Spiel um Platz drei. Ein Sieg des deutschen Teams wäre keine Überraschung. Gold ist für China im Finale gegen Südkorea reserviert.
Hammerwurf der Frauen: Betty Heidler
(Qualifikation ab 11 Uhr)
Für Weltrekordhalterin Betty Heidler steht die Qualifikation im Hammerwerfen an. Letztlich haben vor allem zwei Konkurrentinnen das Zeug, ihr Olympia-Gold zu vermiesen. Zum einen die Peking-Olympiasiegerin Aksana Menkova aus Weißrussland und zum anderen die Weltmeisterin Tatyana Lysenko aus Russland. Für die zweite Deutsche im Wettbewerb, Kathrin Klaas aus Frankfurt, geht es erst einmal darum, die Qualifikation zu überstehen.
"Wenn man eine Weltrekordhalterin im Team hat und gut trainiert und vorbereitet ist, dann kann man konzentriert und zuversichtlich in den Wettkampf gehen. Betty Heidler und Kathrin Klaas wollen am Mittwoch erst einmal die Qualifikation sicher überstehen. Wenn sie ins Finale kommen, dann wollen sie angreifen. Das Ziel ist eine Medaille", kommentierte Bundestrainer Michael Deyhle die Chancen seiner Schützlinge auf leichtathletik.de.
Taekwondo: Sümeyye Manz
(ca. 12.30 Uhr):
Sümeyye Manz aus Nürnberg geht in der Klasse bis 49 Kilogramm durchaus mit Medaillenchancen an den Start. Die Nürnbergerin Manz wurde zwischen 2001 und 2011 in verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen 16 Mal deutsche Meisterin. Vor vier Jahren feierte sie mit dem EM-Titel den internationalen Durchbruch. Auch von der Geburt ihres Sohnes ließ sich die heute 22-Jährige vor drei Jahren nicht vom Leistungssport abbringen. "Ich hab eigentlich gar nicht ausgesetzt", sagt sie. 2011 landete sie bei der WM in Südkorea auf Platz drei.
Manz zeigt Respekt vor ihren Kämpfen, aber trotzdem hat das Leichtgewicht eine Medaille fest vor Augen: "Welche es im Endeffekt ist, ist egal - Hauptsache, ich hab irgendein Metall in meiner Hand." Manz erwischte allerdings ein schweres Los. Die Vizewelt- und Asienmeisterin Yang Shu-Chun aus Taiwan ist ihre Gegnerin. "Vor allem Sümeyye hat eine schwere Gegnerin erwischt. Aber letztlich ist es egal, gegen wen es geht. Jeder Kampf wird ein Finale", sagte Bundestrainer Carlos Esteves. "Wir sind nicht die Favoriten, aber wir können jeden schlagen."
Reiten: Einzel-Springen
(Finale ab 13 Uhr)
Die deutschen Springreiter haben bisher enttäuscht. Im Mannschaftswettbewerb konnte sich die Truppe von Bundestrainer Otto Becker nicht für das Finale qualifizieren. Im Einzel gibt es aber noch Hoffnungen auf eine Medaille. Aus vier mach zwei. Die größte Goldhoffnung, Janne-Friederike Meyer, ist mit Lambrasco ausgeschieden und gab sogleich bekannt, das ihr Erfolgspferd in den Ruhestand geht. Christian Ahlmann und Codex One konnten sich ebenfalls nicht qualifizieren.
Es bleiben also Marcus Ehning mit Plot Blue und Meredith Michaels-Beerbaum mit Bella Donna. Beide haben gute Chancen auf eine Medaille, sagt auch Bundestrainer Otto Becker: "Sie gehören reell zu den Medaillenkandidaten." Die Schwägerin von Ludger Beerbaum glaubt an ihr Pferd: "Sie hat Möglichkeiten, die außergewöhnlich sind". In den beiden abschließenden Runden starten alle 35 Qualifizierten wieder mit null Strafpunkten. Als einer der Favoriten mit Unterstützung des Heimpublikums geht der Brite Nick Skelton auf Big Star an den Start.
Ringen: Alexandra Engelhardt
(Gewichtsklasse bis 48 kg/ca. 13.25 Uhr):
Alexandra Engelhardt ist Deutschlands einzige Hoffnung bei den Frauen-Wettbewerben, die erst seit 2004 mit vier Gewichtsklassen olympisch sind. Und sie ist die einzige Starterin im vierköpfigen Aufgebot des Deutschen Ringer-Bundes, die bereits über Olympia-Erfahrung verfügt. 2008 in Peking belegte sie Platz 14. "Olympia hat eigene Gesetze, es sind 19 Teilnehmerinnen in meiner Gewichtsklasse. Doch ich fahre nicht als Tourist dorthin, also eine Medaille ist das Ziel", sagte Engelhardt. "Klar ist man auch aufgeregt, doch ich bin erfahren genug, um das ganze Drumherum auszublenden." Zum Auftakt trifft Engelhardt auf Mayelis Yesenia Caripa Castillo aus Venezuela. Eine Medaille für Engelhardt wäre eine Überraschung.
Speerwurf der Männer: Matthias de Zordo
(Qualifikation ab 19 Uhr)
Im Speerwurf geht es in die Qualifikation. Weltmeister Matthias de Zordo will nach überstandener Verletzung die Medaillenränge angreifen. Für den Leipziger Tino Häber geht es zunächst darum, die Qualifikation zu überstehen. Favorit ist der Tscheche Vitezslav Vesely. Er gewann sechs von acht Wettkämpfen und wurde dazu Europameister. Aber auch der Ukrainer Oleksandr Pyatnytsya will ein Wörtchen mitreden, wenn die Medaillen verteilt werden. 85 Meter können auch der Lette Vadims Vasiļevskis, der Neuseeländer Stuart Farquhar, der Türke Fatih Avan und der Usbeke Ivan Zaytsev werfen.
Basketball: USA - Australien
(23.15 Uhr)
Das vierte Viertelfinale zwischen den USA und Australien hat einen klaren Favoriten. Doch alle reden immer nur von LeBron James, Kobe Bryant und Co. Der Vater des Erfolgs heißt aber Mike Krzyzewski. Der 65-Jährige Coach der NBA-Stars muss die Schwere Aufgabe vollbringen, die Egozentriker zu einem Team zu formen. Denn Arroganz war es, die den Amerikanern bei den Sommerspielen 2004 einen der bittersten Basketball-Momente seit dem verlorenen Olympia-Finale gegen Russland in München 1972 bescherte - Platz drei war eine beispiellose Blamage.
Nachdem es in Athen nur zu Bronze gereicht hatte, griff der US-Verband ein und betraute Krzyzewski mit der Aufgabe, das ramponierte Image der Basketballer wieder aufzupolieren. "Er ist ein unglaublich guter Kommunikator und kann sehr gut zuhören", lobte Bryant den Trainer der Duke University. "Er ist ein fantastischer Motivator. Ich liebe es, mich mit ihm zu unterhalten", sagte Doppel-MVP James. Bislang geht Krzyzewskis Plan in London auf. Ohne Niederlage qualifizierte sich der Topfavorit wie erwartet für das Viertelfinale, wo nun Australien der Gegner ist.
