Kaum ist die EM verdaut, geht es für die Nationalmannschaft auch schon mit der WM-Quali weiter. Löw hat seinen Kader für die ersten Spiele nominiert und dabei auf Bastian Schweinsteiger verzichtet. Mit Miro Klose nimmt der Bundestrainer nur einen Stürmer mit.
Ohne Bastian Schweinsteiger startet die Nationalmannschaft in die Qualifikation für die WM 2014. Der Vizekapitän wurde von Joachim Löw für die Spiele gegen die Färöer Inseln und Östereich nicht berücksichtigt. Auch bei Bayern München muss sich Schweinsteiger nach seinen Verletzungen zurzeit wieder mit Kurzeinsätzen an sein Topniveau herankämpfen.
"Ich habe ausführlich mit Bastian gesprochen. Dabei haben wir uns darauf verständigt, dass er noch ein wenig Zeit braucht, um wieder voll in den Trainings- und Spielrhythmus zu kommen", erklärte Bundestrainer Löw. Schon bei der Freundschaftsspiel-Pleite gegen Argentinien hatte Schweinsteiger gefehlt.
"Unsere Planungen mit Bastian Schweinsteiger sind ausgelegt auf die beiden Länderspiele im Oktober gegen Irland und Schweden", erläuterte Löw am Freitag auf der Homepage des DFB. Der 95-malige Nationalspieler Münchner war bei Bayern in der neuen Spielzeit bisher nur zu Einwechslungen gekommen. Clubkollege Philipp Lahm hält Löws Maßnahme für richtig: "Bastian war länger verletzt, hatte immer Probleme. Ich glaube, es ist wichtiger, dass der Spieler wieder richtig fit wird, um seine Leistung zu bringen."
Mit Lahm und Neuer gegen Färöer und Österreich
Neben Lahm nominierte Löw auch die Rückkehrer Lukas Podolski und Per Mertesacker (beide FC Arsenal). Alle drei hatten wie Stammtorwart Manuel Neuer (FC Bayern) beim misslungenen Saisonauftakt gegen Argentinien (1:3) gefehlt. Insgesamt berief Löw 22 Spieler für die WM-Partien am kommenden Freitag in Hannover gegen den Weltranglisten-153. Färöer und vier Tage später in Wien gegen Österreich, darunter die Rückkehrer Philipp Lahm (FC Bayern),
"Es ist gut, dass der Kapitän wieder dabei ist", sagte Löw. "Und Per und Lukas haben die ersten Spiele in der Premier League absolviert. Es war aber immer klar, dass die beiden beim Start der Qualifikation dabei sein werden."
Mario Gomez (FC Bayern) und Sven Bender (Borussia Dortmund) werden für die Länderspiele aufgrund ihrer Verletzungen nicht zur Verfügung stehen. Als Torhüter fahren neben Neuer der Hannoveraner Ron-Robert Zieler und der Gladbacher Marc-André ter Stegen mit.
Zieler ohne Sperre, Löw mit einem Stürmer
Zieler wurde nach seiner Roten Karte aus dem Argentinien-Spiel lediglich für ein Testsspiel gesperrt, auf die Pflichtspiele hat der Platzverweis keine Auswirkung. Mit Miroslav Klose hat Löw nur einen Mittelstürmer dabei. Der Bundestrainer hatte aber schon während der EM die Qualitäten vom Marco Reus als Stürmer gelobt. Somit scheint der Neu-Dortmunder die erste Alternative zu Routinier Klose zu sein.
Nach dem bitteren EM-Halbfinal-Aus in Polen gegen Italien und dem misslungenen Saisonstart gegen Argentinien will Löw den Blick nun nach vorn richten. "Wir freuen uns alle, dass es losgeht. Wir wollen den Fans begeisternden Fußball bieten und uns auf direktem Weg für die WM in Brasilien qualifizieren", formulierte Löw die Ziele, "Natürlich wünschen wir uns, mit zwei Siegen in Hannover und Wien zu starten und uns damit Schwung zu holen für den Rest des Jahres."
