In einem unterhaltsamen Spiel sah es lange so aus, als könne Österreich den Russischen Bären in die Knie zwingen. Als die Sbornaja im Schlussdrittel jedoch aufdrehte, war der direkte Wiederabstieg trotz einer guten Leistung besiegelt.
Österreich hat bei der Eishockey-WM in Schweden und Finnland die Sensation gegen Russland verpasst und steht nach einem 4:8 mit mit fünf Punkten als Absteiger der Gruppe H fest. Russland hat hingegen zumindest über Nacht die Tabellenführung von den USA übernommen.
Von Beginn an eine unterhaltsame Partie
Keine zwei Minuten waren gespielt, als Alexander Perezhogin nach einem Querpass von Sergei Mozyakin direkt abzog und die Russen in Führung brachte. Österreichs Goalie Rene Swette rutschte der Puck zwischen den Schonern durch und es stand 1:0 für die haushohen Favoriten.
Die Österreicher zeigten sich allerdings nicht geschockt und spielten munter mit, doch in der 12. Minute demonstrierte die Sbornaja dann ihre ganze Klasse: Am Ende einer wunderschönen Kombination in der gegnerischen Zone schob Ilya Kovalchuk nach Assist von Alexander Radulov völlig unbedrängt ein. Für die Russen war es mit dem zweiten Torschuss das zweite Tor.
Österreich kommt zurück
Als viele Zuschauer bereits mit einem Debakel rechneten, gelang Österreich der zu diesem Zeitpunkt überraschende Anschlusstreffer durch Matthias Iberer. Seine Mitspieler attackierten energisch in der russischen Zone und eroberten so den Puck. Robert Lukas hielt drauf und Iberer verwandelte den Rebound reaktionsschnell. Gerade einmal 15 Sekunden später erzielte Thomas Vanek von den Buffalo Sabres in Überzahl das 2:2, indem er einen Schuss von Thomas Pöck ins Tor abfälschte.
Und es kam sogar noch besser für das ÖEHV-Team: Michael Raffl lenkte erneut in Überzahl einen harten Pass von Vanek geschickt ins lange Eck zu Führung ab. Doch diesmal schlugen die Russen sofort zurück: Mit zwei Mann mehr auf dem Eis zirkelte Ilya Nikulin die Scheibe über die Schulter von Swette zum 3:3 ins Netz.
Nach dem ersten Drittel wechselte Österreichs Coach Manny Viveiros den Goalie und brachte Bernhard Starkbaum für Swette, der nur zwei Schüsse parieren konnte. Doch auch der neue Mann hielt seinen Kasten nicht lange sauber: Nach nicht einmal fünf Minuten traf Alexander Radulov mit seinem fünften Turniertor zum 4:3.
Trotz des Treffers blieb die Partie im Mitteldrittel ausgeglichen. Russland agierte technisch stärker und vor dem Tor abgebrühter, doch die Österreicher spielten mit Herzblut und kamen so immer wieder zurück. So auch beim 4:4 durch Florian Iberer, dessen Pass Nikolin unglücklich mit dem eigenen Schlittschuh unter die Latte des russischen Tors lenkte.
Russland mit dem besseren Ende
Danach machte Russland allerdings ernst: Mozyakin markierte das 5:4, Soin erhöhte auf 6:4. Bei einem schnellen Gegenangriff in Unterzahl verzögerte er den Abschluss gekonnt und jagte die Scheibe schließlich ins rechte Eck. Für die Russen war es das erste erzielte Shorthanded-Goal des Turniers.
Im letzten Drittel zogen weitere Tore durch Nikita Zaitsev und Yewgeni Kuznetsov Team Austria endgültig den Zahn. Zwar spielte der Gruppenletzte weiter auf Angriff, doch der Glaube an die große Sensation war sichtlich gebrochen.
Am Ende siegte Russland in einem hochklassigen Spiel verdient mit 8:4. Aufsteiger Österreich verabschiedete sich mit einer zumindest über 40 Minuten ansprechenden Leistung aus der A-Gruppe.
Autor: Martin Jahns
