Als der im ersten Satz völlig chancenlose Tomas Berdych im Tiebreak des zweiten plötzlich 5:1 gegen Novak Djokovic führte, glaubten die Zuschauer in der O2-Arena an eine Neuauflage des epischen Vorjahresduells. Doch dann machte der Serbe doch kurzen Prozess.
Berdych hatte sogar noch Satzbälle, nutzen konnte er aber keinen. Djokovic feierte mit 6:2, 7:6 seinen dritten Vorrundensieg bei den ATP World Tour Finals 2012 und zog mit makelloser Bilanz ins Halbfinale ein. Vor einem Jahr hatte er deutlich größere Probleme mit Berdych gehabt, sich erst nach einem Satzrückstand noch mit 3:6 6:3 7:6 durchsetzen können.
Nervenstärke, aber vor allem auch seinen "Niemals-Aufgeben-Spirit" bewies Djokovic diesmal erneut. Dabei hatte er das Match zunächst noch klar dominiert. Dank punktgenauer und druckvoller Returns konnte er sich gleich das zweite Aufschlagspiel seines Gegners gewinnen, sich noch zwei weitere Breaks und den ersten Satz in nur 34 Minuten unter Dach sichern. Djokovic schaffte auch im zweiten Durchgang ein schnelles Break.
Berdych steigert sich im zweiten Satz - Djokovic kontert
Doch auf einmal wackelte sein bis dato so konstantes Service. Berdych glich zum 2:2 aus. Am Ende musste der Tiebreak den insgesamt zwölften Vergleich der beiden entscheiden. Hie erwischte dann der Tscheche zunächst das bessere Momentum, führte zunächst 5:1 und hatte dann bei 6:3-Vorsprung sogar drei Satzbälle. Doch dann fand Djokovic sein Service wieder. Mit zwei krachenden Aufschlägen kam er auf 6:5 heran und glich nach einer ins Netz geschlagenen Rückhand seines Gegners aus.
Am Ende hatte er dann keine Mühe mit einem Service-Winner nach 1:37 Stunden das Match zu beenden und mit einer weißen Weste ins Halbfinale der ATP World Tour Finals einzuziehen. "Ich habe einfach versucht, meinen Job zu machen und auf dem Court zu gewinnen. Ich habe ein sehr gutes Match gespielt", resümierte Djokovic zufrieden.
"Das ist das erste Mal, dass ich hier in London meine drei Gruppenspiele gewonnen habe - das gibt mir großes Selbstvertrauen und ich hoffe, dass ich sogar noch einen Schritt weiter gehen kann", sagte Djokovic, der 2008 das damals noch in Shanghai ausgetragene Event gewinnen konnte, in London aber noch nie über das Semifinale (2010) hinausgekommen ist.
Murray ebenfalls im Halbfinale
Dort steht auch Andy Murray, der den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga mit 6:2, 7:6 (7:3) schlagen konnte und als Zweiter der Gruppe A hinter Djokovic die Vorschlussrunde erreichte. Den vierten und letzten Teilnehmer der Vorschlussrunde ermitteln in einem Fernduell der Spanier David Ferrer und Juan Martin del Potro aus Argentinien.
