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Datum: 30. Oktober 2012, 14:53 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Nikola Karabatic vor Comeback bei Montpellier AHB

Nikola Karabatic, Handball, Montpellier
Nikola Karabatic darf wieder für Montpellier AHB spielen

Die Wett- und Manipulations-Affäre um Nikola Karabatic und weitere Spieler von Montpellier AHB ist noch nicht beendet, das Comeback des Weltstars steht trotzdem unmittelbar bevor. Nachdem die Justiz eine Kontaktsperre aufgehoben hatte, holte der Club Nikola Karabatic zurück ins Team.

Auch der Tunesier Issam Tej darf wieder mit der Mannschaft trainieren. Beide dürfen somit in der Champions League gegen die beiden deutschen Teams HSV Handball und SG Flensburg-Handewitt auflaufen.

Nikola Karabatic kann gegen HSV und Flensburg spielen

Die Hamburger hatten das erste Spiel in Montpellier mit 33:29 gewonnen. Insgesamt fünf Stars fehlten den Franzosen in dieser Partie aufgrund der Ermittlungen. Flensburg hatte im ersten Spiel der Gruppe A remis gegen Montpellier gespielt, seinerzeit war die Affäre noch nicht bekannt und Karabatic und Co. noch im Einsatz.

Ausgestanden ist die Affäre damit aber noch nicht, denn die Justiz ermittelt unabhängig von dieser Entscheidung wegen Betrugs weiter. Betroffen sind insgesamt fünf MAHB-Akteure.

Karabatic und Tej: "Haben nicht gewettet"

Montpelliers Clubpräsident Rémy Lévy entschloss sich zu dieser Rückholaktion von Karabatic und Tej nach Einzeltreffen mit den Spielern. "Morgen nehmen Nikola Karabatic und Issam Tej das Training wieder auf (...) Sie haben uns in die Augen geschaut und versichert, sie hätten nicht gewettet", so Präsident Lévy. Die Profis, die gewettet hätten, seien aber "nicht würdig", das MAHB-Trikot zu tragen.

Dass Nikola Karabatic und Tej wieder spielen können, ist deshalb möglich, weil die Justiz jüngst eine richterliche Kontaktsperre aufgehoben hatte, die den fünf betroffenen Spielern jedes Treffen oder jedes Gespräch mit Mitspielern und Verantwortlichen des Clubs untersagte. Der 28-jährige Nikola beteuerte bisher stets seine Unschuld. Er räumte zwar ein, seine Freundin und Bruder Luka (24) hätten damals jeweils 1500 und 7000 Euro gegen den MAHB gesetzt. Das sei "allenfalls eine disziplinarische Sache", er selbst habe zudem gar nicht gewettet. "Ich habe den Blödsinn satt!", klagte er jüngst.

Zukunft der anderen Profis ungewiss

Nikolas Bruder Luka wurde am Dienstag von Rémy für den 8. November zu einem Vorgespräch geladen, nach Medienberichten muss er sogar mit einer fristlosen Kündigung rechnen. Ebenso wie der slowenische Nationalspieler Dragan Gajič, der bereits vergangenen Woche zu einem Vorgespräch geladen worden war. Über die sportliche Zukunft des slowenischen Torwarts Primoz Prost wollte Lévy erst nach einem Gespräch mit dem Spieler entscheiden.

Die Handballer um den zweifachen Weltmeister und Olympiasieger Karabatic stehen im Verdacht, vorige Saison das Liga-Spiel bei Cesson-Rennes (28:31) am 12. Mai manipuliert und so Verwandten und Bekannten Wettgewinne von insgesamt knapp 252.000 Euro ermöglicht zu haben. Gegen sieben MAHB-Spieler - zwei von ihnen (Samuel Honrubia und Mladen Bojinovic) sind inzwischen nach Paris gewechselt - und sechs weitere Personen sind Strafverfahren wegen Betrugs eingeleitet worden. Ihnen drohen bis zu fünf Jahre Haft und Geldstrafen.

Die Affäre hatte für die betroffenen Spieler schon finanzielle Konsequenzen. Montpellier ließ die Verträge der Verwickelten auf richterliche Anordnung zeitweilig ruhen, das letzte Gehalt war nicht überwiesen worden. Ein weltweit operierender Drucker-Hersteller (Brother) kündigte zudem sowohl den Sponsorenvertrag mit Nikola Karabatic als auch mit dessen Verein. Die Karabatic-Brüder müssen nun am 7. November vor dem Untersuchungsrichter aussagen.

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