Die Boston Bruins holen sich auch Spiel 2 im Conference-Halbfinale gegen die New York Rangers. Beim 5:2-Sieg im TD Garden setzte Rookie-Verteidiger Torey Krug seine Playoff-Erfolgsgeschichte fort und brachte das Team von Claude Julien auf Kurs.
Boston Bruins - New York Rangers 5:2 (1:1, 2:1, 2:0) Serie 2-0
Tore: 1:0 Krug (05:28), 1:1 Callahan (8:01), 2:1 Campell (22:24), 2:2 Nash (23:20), 3:2 Boychuk (32:08), 4:2 Marchand (40:26), 5:2 Lucic (52:39)
Kein Dennis Seidenberg, kein Wade Redden und kein Andrew Ference - aufgrund der Verletztenmisere in der Bruins-Defense ließ Coach Claude Julien auch in Spiel 2 mit Torey Krug, Dougie Hamilton und Matt Bartkowski drei Rookie-Blueliner ran.
"Wir haben mit ihnen gesprochen und versucht, ihnen Selbstvertrauen zu geben. Wir wollten ihnen klar machen, dass sie großartige Spieler sind", sagte Milan Lucic über das Trio. Und diese Worte schienen besonders bei Krug gefruchtet zu haben, der Boston im ersten Duell mit seinem ersten NHL-Tor zum 2:2 in die Verlängerung gerettet hatte.
Nach fünf Minuten ließ der 22-Jährige den TD Garden mit einem sehenswerten Treffer zum 1:0 beben, als er sich den Puck nach Nathan Hortons Pass selbst durch die Beine legte und Henrik Lundqvist per Wrister überwand. Ryan Callahan gab allerdings umgehend die perfekte Antwort: Nachdem er Brad Marchand den Puck abgeluchst hatte, lief der Rangers-Kapitän mutterseelenallein auf Goalie Tuukka Rask zu und ließ den Finnen eiskalt aussteigen - 1:1.
Im zweiten Drittel sammelte Rookie Krug seinen zweiten Punkt des Tages, als er den Puck mit der Kufe stoppte und mustergültig für Gregory Campell auflegte, der die Scheibe im Slot per Backhander zum 2:1 ins Gehäuse wischte. Doch auch diese Führung währte nur kurz. Perfekt von Mats Zuccarello bedient, brachte Rick Nash die Rangers mit seinem ersten Postseason-Treffer wieder auf Augenhöhe.
Beeindruckte Bruins? Fehlanzeige! In der Folge spielten nur noch die Hausherren. Perfekt von Marchand freigespielt traf Johnny Boychuk noch vor der zweiten Pause per Wrister zum 3:2. Nach 26 gespielten Sekunden im Schlussdrittel war Marchand selbst mit einer Kopie seines Overtime-Treffers aus Spiel 1 zur Stelle und vollstreckte zum 4:2.
Dass es zehn Minuten vor Schluss nicht bereits 5:2 stand, verdankten die Rangers allein Keeper Lundqvist. Sein grandioser Slide-Save gegen den am langen Pfosten lauernden Jaromir Jagr verlängerte die Playoff-Durststrecke des Altmeisters auf saisonübergreifend 18 Partien ohne Tor. Da sein Teamkollege Milan Lucic jedoch zwei Minuten später doch für den 5:2-Endstand sorgte, wird Jagr diesen persönlichen Negativrekord wohl verschmerzen können.
Während die Bruins am Dienstag mit einem komfortablen 2:0-Vorsprung im Madison Square Garden antreten, müssen sich die Rangers weiterhin große Gedanken um ihr miserables Powerplay machen. Mit den fünf ungenutzten Überzahlchancen steht das Team von John Tortarella in neun Postseason-Partien nun bei 2 von 36.
Autor: Thomas Jahn
