Einen Tag vor dem ursprünglichen Saisonstart der NHL steht in den Sternen, ob dieses Jahr in den USA und Kanada überhaupt NHL-Eishockey gespielt werden wird. Schuld daran ist der Lockout der Spieler, da sich Liga und Spielergewerkschaft NHLPA auf keine finanzielle Vereinbarung einigen können.
Während sich die NHL-Profis scharenweise auf den Weg nach Europa machen, unternehmen Liga und Spielergewerkschaft einen weiteren Versuch, diese Saison noch zu retten. Doch derzeit liegen die beiden Parteien noch weit auseinander.
In der im Sommer ausgelaufenen Vereinbarung zwischen Besitzern und Spielern war niedergelegt worden, dass 57 Prozent der NHL-Gesamteinnahmen an die Spieler gehen sollten. Diese Summe sei zu hoch gewesen, sagen aber die NHL-Besitzer und verweisen dabei auf die 18 NHL-Clubs, die vergangene Saison Rote Zahlen geschrieben haben.
Diese Zahl möchte die Liga auf 49 Prozent nächste Saison und 47 Prozent am Ende ihres vorgeschlagenen Sechs-Jahres-Vertrages verringern - damit ist die NHL den Spielern bereits entgegen gekommen, lag ihr Anfangsangebot doch nur bei 43 Prozent.
NHL und Spieler liegen eine Milliarde US-Dollar auseinander
Die Zahlen der Spielergewerkschaft NHLPA, die die Interessen der NHL-Profis vertritt liegen natürlich deutlich drüber und bewegen sich zwischen 52 und 54 Prozent der Gesamteinnahmen. Um es kurz zu machen: Die beiden Parteien liegen insgesamt noch etwa eine Milliarde US-Dollar auseinander.
Nicht die besten Voraussetzungen, um eine schnelle Einigung zu erreichen, aber diese Woche soll es zu weiteren Gesprächen kommen, auch wenn dort keiner der großen Streitpunkte angesprochen werden soll. Aber nicht nur beim Thema Geld liegen die beiden Seiten noch weit auseinander, sondern auch bei anderen wichtigen Punkten.
So fordern die Besitzer eine Höchstdauer der Spieler-Verträge von fünf Jahren. Ein Spieler soll zehn Saisons in der NHL spielen, bevor er unrestricted free agent (ufa) wird und sich damit selber einen neuen Club suchen und einen Vertrag aushandeln kann - bisher waren es sieben Saisons oder der 27. Geburtstag, die einen NHL-Profi zum ufa werden ließen.
Kein Laufzeit-Limit bei NHL-Verträgen
Die Spieler hingegen wollen keine Obergrenze bei Vertragslaufzeiten, ein Limit, was die Clubs an Nicht-Spieler ausgeben, also de facto eine Gehaltsobergrenze für Trainer, Club-Manager und andere Angestellte. Und außerdem einen größeren Finanzausgleich zwischen den Teams, um für mehr Chancengleichheit zu sorgen.
Das alles führt nun zu einer Spielerwanderung aus Amerika nach Europa, wie einst die Goten vertrieben von den Hunnen aus ihren Gebieten ins römische Reich einzogen. Und diesmal fiel sogar der Limes in Großbritannien, denn Drew Miller von den Detroit Red Wings schloss sich dem Braehead Clan im schottischen Renfrewshire an und spielt künftig in der Elite Ice Hockey League, der höchsten Liga Großbritanniens.




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