Die Sacramento Kings haben im Gegensatz zu ihren Nachbarn Golden State Warriors nichts mit den Playoffs in der NBA zu tun. Dafür geht es um ihren möglichen Umzug - sollte tatsächlich Seattle die neue Heimat werden, ist Altmeister Phil Jackson im Gespräch.
Kein Verkauf der Kings an Sacramento-Investorengruppe
Der Bieterstreit um die Sacramento Kings geht in die nächste Runde. Nachdem das Angebot der Hansen-Gruppe, die die Kings nach Seattle holen will, auf insgesamt 625 Millionen Euro aufgestockt worden war, haben die chronisch klammen Maloof-Brüder nun für eine weitere Wendung gesorgt.
Wie ESPN berichtet, wollen die Mehrheitseigner der Franchise ihre Anteile auf keinen Fall an die Ranadive-Gruppe verkaufen, die ebenfalls um die Kings buhlt und sie in Sacramento halten will. Stattdessen haben sie den Plan gefasst, Hansen 20 Prozent des Teams für knapp 100 Millionen Euro zu überlassen, sollte ein vollständiger Verkauf inklusive Umzug nach Seattle von der NBA nicht bewilligt werden.
Die Eigentümer der anderen Teams hatten sich zuletzt für einen Verbleib der Kings in Südkalifornien ausgesprochen. Es ist ihnen möglich, sowohl einen Verkauf als auch einen Umzug der Kings zu blockieren - sie können die Maloofs andererseits aber auch nicht dazu zwingen, ihre Anteile abzutreten.
Zudem will Hansen im Falle einer Relocation nach Seattle mächtig Geld in die Hand nehmen und den anderen Besitzern für den Umzug knapp 90 Millionen Euro zahlen. Zum Vergleich: Beim Umzug der Sonics nach Oklahoma City vor fünf Jahren hatte die Relocation Fee nur 23 Millionen Euro betragen.
Um über diese Entwicklungen zu beraten, hat das zuständige Komitee der NBA ein weiteres Meeting angekündigt. Eine endgültige Entscheidung über das Schicksal der Kings wird Mitte der kommenden Woche erwartet.
Jackson als zweiter Pat Riley?
Sollte der Umzug in den Nordwesten der USA wirklich zu Stande kommen, könnte das laut ESPN zu einer Rückkehr von Phil Jackson führen. Jackson, der seit zwei Jahren nicht mehr als Coach tätig ist, will die Entscheidung angeblich abwarten. Er soll sich mit Chris Hansen angeblich blendend verstehen und könnte beim neuen Team in Seattle ins Front Office einsteigen.
Es wäre für den Kader verantwortlich und hätte damit die Rolle inne, die Pat Riley in Miami höcht erfolgreich bekleidet. Neben Hansen hoffen auch die Toronto Raptors auf eine Verpflichtung von Seattle, den Brooklyn Nets soll er bereits abgesagt haben.
Stefan Petri
