Das 30-jährige Jubiläum als Commissioner der NBA soll es noch sein, dann ist Schluss für David Stern: Der Liga-Boss kündigte seinen Rücktritt für 2014 an. Auch die Thronfolge ist geregelt: Sein Nachfolger soll sein Stellvertreter Adam Silver werden.
Silver wusste sich auch auf der Rücktritts-Pressekonferenz bei seinem Noch-Chef und Bald-Vorgänger beliebt zu machen: "Man wird Dich als den Besten aller Zeiten in Erinnerung behalten", schmierte er laut espn.com David Stern, der dann mit knapp 72 Jahren in den Ruhestand gehen wird, Honig um den Bart.
Ganz Unrecht hat Silver mit dieser Aussage, trotz aller Kritiken des letzten Jahres, als Stern mit der Handhabung der Aussperrung und dem Veto gegen einen Wechsel Chris Pauls zu den Los Angeles Lakers am eigenen Denkmal kratzte, sicher nicht. Doch der NBA-Lockout und die Tatsache, dass der Besitz der New Orleans Hornets durch die Liga Sterns Neutralität infrage stellten, kratzten noch einmal an einer eindrucksvollen Karriere, die nicht erst vor 30 Jahren begonnen hatte.
Sterns Amtszeit: Ein stetiger Aufstieg der NBA
Seit 1966 war Stern für die NBA tätig, am 1. Februar 1984 wurde er auf den Posten als Commissioner der Liga berufen. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit sah Stern die Geburt der legendären Rivalität zwischen Magic Johnson und Larry Bird.
Nicht nur die beiden Ausnahmekönner verhalfen der NBA zu neuer Popularität, mit Michael Jordan sollte im Sommer derjenige Spieler in die Liga stoßen, der letztlich als der beste Basketballer aller Zeiten betitelt wurde. Nicht nur Jordan, auch Hakeem Olajuwon, Charles Barkley und John Stockton kamen zur selben Zeit in die Liga und trugen ihren Teil zum Aufschwung bei.
Doch nicht nur die Stars, auch David Stern selbst engagierte sich natürlich für die Expansion der Liga. Ob im Inland durch sieben neue NBA-Teams, die Gründung der Frauenliga WNBA oder die Developmental League, in der junge Spieler auf die NBA vorbereitet werden. Zudem machte sich Stern für die Geburt des Original-Dream Teams 1992 stark, als er Spielern der NBA die Teilnahme an den Olympischen Spielen ermöglichte.
Oder auch im Ausland, Stern sorgte für Werbeauftritte, Trainingslager und letztlich die Austragung mehrerer Vorbereitungsspiele in Europa und China. Zudem gehören mittlerweile elf Auslandsbüros zur NBA, in 215 Ländern laufen Spiele der Liga im Fernsehen.
Wie alle Bosse: Auch David Stern war nicht unumstritten
Als Boss einer der größten Sportligen der Welt machte sich David Stern natürlich nicht nur Freunde. Wie im letzten Jahr, so wurden ihm auch die drei anderen Aussperrungen seiner Amtszeit (1995, 1996, 1998/99) natürlich auf die Fahne geschrieben.
Der Eingriff in Sachen Chris Paul aus dem letzten Dezember war ebenfalls nicht die erste Aktion, bei der Stern eine Einflussnahme auf die sportlichen Geschicke der NBA unterstellt werden konnte. Auch beim Umzug der Seattle Supersonics nach Oklahoma City soll Stern einer der Antreiber gewesen sein, 2008 verhinderte er einen Gerichtsbeschluss, der den Wegzug aus Seattle verhindern sollte.
Sterns Wille setzte sich durch und mit den Supersonics, die sich in die Thunder verwandelten, brach bereits das sechste Team in Sterns Amtszeit seine Zelte in einer Stadt ab, nur um sie an anderer Stelle wieder aufzubauen.
Schlusswort von David Stern
Trotz aller Kontroversen, das Schlusswort unter seiner eindrucksvollen Karriere gebührt schließlich David Stern selbst: "Ich kann nur das wiederholen, was ich gestern den Teambesitzern gesagt habe. Ich habe ihnen gesagt, dass ich einen tollen Lauf hatte, dass ich diesen in den nächsten 15 Monaten fortsetzen werde und dass die Liga in einem fantastischen Zustand ist."
