Franz Beckenbauer vertraut bei der Aufarbeitung des 4:4 der Nationalmannschaft gegen Schweden auf Bundestrainer Joachim Löw. Der zuletzt kritisierte Coach "wird sie wieder auf Kurs bringen", schrieb der Ehrenspielführer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Magazin Focus. Zudem sagte der zweimalige Weltmeister: "Die Mannschaft wird von sich aus ihre Lehren daraus ziehen. "Dass die deutsche Auswahl nach einer Stunde berauschenden Fußballs den Sieg noch aus der Hand gegeben hatte, bezeichnete Beckenbauer als "beinahe etwas Surreales". Dass eine hitzige Diskussion um fehlende Führungsspieler im Nationalteam entbrannte, überraschte ihn offenbar nicht. Die Mannschaft sei "in der entscheidenden Phase regelrecht zerfallen. Und da fand sich auch niemand, der das Zepter in die Hand nahm und die anderen aufrüttelte", sagte Beckenbauer. Den Leistungsabfall nannte der Kaiser, der 1973 mit dem FC Bayern selbst einmal trotz 4:1-Führung 4:7 gegen Kaiserslautern verloren hatte, "eine schlechte Kettenreaktion. Erst wackelt das Mittelfeld, dann die Abwehr, am Schluss der Torwart - und keiner weiß eigentlich warum. So war es bei uns vor fast 40 Jahren - und so passiert es eben heute noch. Deswegen fasziniert uns Fußball doch so sehr: weil er unberechenbar ist."
