Die Doping-Affäre Armstrong fordert weitere Opfer. Am Wochenende entließ das britische Erfolgsteam Sky seine Sportdirektoren Sean Yates (Australien) und Steven de Jongh (Niederlande) und verlängerte den Vertrag mit Teamarzt Geert Leinders (Belgien) nicht. Das meldete am Sonntag der Londoner Telegraph. Während der Woche hatte sich Trainer Bobby Julich aus der Mannschaft des aktuellen Tour-de-France-Siegers Bradley Wiggins zurückgezogen. Sky-Chef Dave Brailsford propagiert eine Null-Toleranz-Politik und legte allen Angestellten eine Anti-Doping-Erklärung zur Unterschrift vor. Der Ex-US-Profi Julich, von 2002 bis 2003 auch im Bonner Team Telekom an der Seite von Jan Ullrich unter Vertrag, unterschrieb nicht und gestand Doping aus seiner Zeit als Armstrong-Teamkollege. Die genauen Vorwürfe gegen Yates und de Jongh sind unklar. Der Australier fuhr mit Armstrong beim US-Team Motorola und betreute ihn danach von 2005 bis 2008 als Teamchef bei Discovery Channel. De Jongh fuhr 1998 im niederländischen TVM-Team, das während des Tourskandals vor der französischen Polizei ins Ausland geflüchtet war. Leinders arbeitete von 1996 bis 2009 für das Team Rabobank als Teamarzt und Teil der Geschäftsleitung. Bis 2007 sollen die Fahrer im Team unter medizinischer Anleitung Dopingmittel verwendet haben. So hatte es zuletzt der ehemalige Sportchef Theo de Rooij beschrieben.
