Sandro Cortese fehlten nur noch vier Kilometer bis zum WM-Pokal, als er in Motegi in Führung liegend stürzte. Auch Jonas Folger wurde in Japan als Spitzenreiter zu Boden gerammt. Die beiden Deutschen Motorradfahrer tobten vor Wut.
Sandro Cortese tobte auf seiner KTM wie Rumpelstilzchen, Jonas Folger konnte nur mit Mühe seine Fäuste unter Kontrolle halten: Die deutschen Motorrad-WM-Piloten erlebten in der letzten Runde des Grand Prix von Japan in Motegi ein Fiasko.
Doch während sich Folger nach dem Rammstoß von Luis Salom im Kiesbett wiederfand und seinen dritten Sieg abschreiben musste, kam Cortese nach seinem Sturz noch als Sechster ins Ziel. 56 Punkte hat er nun vor den letzten drei Rennen Vorsprung in der Gesamtwertung und kann nächste Woche den Titelgewinn in Malaysia perfekt machen.
Cortese nach dem Rennen stocksauer
Cortese war außer sich vor Wut. Vier Kilometer vor dem Ziel war er praktisch schon Weltmeister, als er in einem Positionskampf um den Sieg mit dem Italiener Alessandro Tonucci kollidierte. Geistesgegenwärtig hielt er seine KTM fest, gab immer wieder Zwischengas, um den Motor nicht abzuwürgen.
Und er hatte Glück. Während er über den Asphalt rutschte, fuhr ihm Tonucci noch in den relativ ungeschützten Rücken. Cortese sprang wieder auf sein Motorrad und rettete Platz sechs ins Ziel, während der Spanier Maverick Vinales glücklicher Zweiter wurde und den Rückstand auf den Italo-Schwaben etwas verkürzte.
"Etwas Respekt vor mir hätten sie schon zeigen können. Ich finde es schade, wie die beiden attackiert haben", schimpfte Cortese über Tonucci und den späteren Sieger Danny Kent, seinen Teamkollegen. Doch der war bei dem Unfall völlig unbeteiligt. Eine Order, die Cortese schützen und bevorteilen sollte, hatte Teamchef Aki Ajo auch nicht ausgegeben, lediglich darum gebeten, nichts Unvernünftiges zu tun.
Cortese entschuldigt sich hinterher
Nachdem die erste Wut verraucht war, entschuldigte sich Cortese für seine Schimpftirade. "Mein Verhalten heute tut mir sehr leid. Ich habe überreagiert. Ich habe gesehen, dass ich schon den Titel gewinnen kann und war dann enttäuscht darüber, was passiert ist", twitterte der WM-Spitzenreiter. Und weiter: "Ich hoffe, einige Leute verstehen ein wenig, wie ich mich gefühlt habe. Du arbeitest dein ganzes Leben dafür und von einer Sekunde auf die andere verlierst du das", schrieb Cortese und gratulierte seinem Teamkollegen Kent zum Erfolg: "Natürlich gratuliere ich Danny Kent zu seinem ersten Sieg."





