Es hätte ein Lehrjahr sein können, aber Stefan Bradl avanciert in der MotoGP zu einem der besten Neulinge der vergangenen Jahre. Beim Rennen in Mugello fehlten nur Zentimeter für seinen ersten Podestplatz, der Jubel bei seinem Team war dementsprechend groß.
Der erste Podestplatz in der MotoGP war für Stefan Bradl nur Zentimeter entfernt. Im besten Rennen seiner noch jungen Karriere in der Königsklasse der Motorrad-WM verfehlte Bradl Rang drei nur um Haaresbreite. Der Neuling belegte beim Italien-Grand-Prix Platz vier, wurde von seinem LCR-Team jedoch gefeiert wie ein Sieger. Mit nunmehr 75 WM-Punkten ist Bradl auf Platz sieben gesprungen und nun erfolgreichster deutscher Fahrer in dieser Klasse. 2007 hatte Alexander Hofmann im Jahresverlauf 65 Zähler gesammelt.
Seinen Anspruch auf den WM-Titel untermauerte in der Moto3-Klasse Sandro Cortese. Der Berkheimer musste zwar seinem ärgsten Rivalen Maverick Vinales aus Spanien den Sieg überlassen, Platz drei bedeutete aber weiterhin die WM-Führung. Es war Corteses achter Podestplatz im neunten Saisonrennen.
Bradl: Champagner für Rang vier
Bei LCR bekam man sich nach Bradls Husarenritt kaum noch ein. Teamchef Lucio Cecchinello wollte seinen Piloten nicht mehr aus seinen Armen lassen. Er gab erst nach, als seine Crewmitglieder den 22-Jährigen vom Motorrad hoben und ihn auf den Schultern unter dem Beifall von Fans, Freunden und Sponsoren in die Box trugen. Dort wurde wieder Champagner ausgeschenkt, schließlich war es das beste Ergebnis eines deutschen MotoGP-Piloten überhaupt und auch eines LCR-Fahrers seit Jahren.
"Es ist ein fantastisches Ergebnis und ein tolles Gefühl, jetzt auf Podestkurs zu sein", jubelte Bradl. Sein Ziel bleibt, noch in seinem ersten MotoGP-Jahr auf das Podium springen zu können. "Natürlich will ich hoch, aber es muss halt alles passen", meinte der Zahlinger.
Vom Start weg war Bradl auf der Höhe des Geschehens, obwohl er den späteren Sieger Jorge Lorenzo (Spanien) nicht halten konnte. Von Rang acht kommend, fand sich Bradl nach der ersten Kurve bereits auf Platz fünf wieder. Nach drei Runden war er Vierter, weitere fünf Umdrehungen später schnupperte er als Dritter bereits am Podest. Erst in der Schlussphase wurde es noch einmal knapp. Erst fuhr der Italiener Andrea Dovizioso an Bradl vorbei, dann musste er in einen Fight mit dem ehemaligen Champion Nicky Hayden (USA), den Bradl für sich entschied. Auf der Zielgeraden fehlte dann ein wenig Speed, um doch noch Platz drei zu erreichen.





