Die Sonne strahlte über Düsseldorf, als sich Juan Monaco in die Tennis-Geschichtsbücher spielte: Mit seinem Finalsieg am Samstag hat der 29-jährige Argentinier die erste Auflage des Power Horse Cup im Rochusclub gewonnen und Selbstvertrauen getankt.
Am Ende einer Woche mit vielen Höhen und Tiefen setzte sich der Weltranglisten-19. im Endspiel gegen den Finnen Jarkko Nieminen 6:4, 6:3 durch und feierte damit seinen achten Triumph auf der Tour. Gleichzeitig tankte Monaco durch seinen insgesamt siebten Erfolg auf Sand Selbstvertrauen für die am Sonntag beginnenden French Open (26. Mai bis 9. Juni).
Auch die deutschen Fans hatten kurz darauf dann doch noch Grund zum Jubel, denn die einheimische Doppelpaarung André Begemann (Lemgo)/Martin Emmrich (Magdeburg) feierte ihren zweiten Erfolg auf der Tour. Im Endspiel setzte sich das Duo gegen die an Position drei gesetzten Treat Huey (Philippinen)/Dominic Inglot (Großbritannien) 7:5, 6:2 durch. Ihren ersten Turniersieg hatten die Deutschen im Oktober 2012 beim Hallenturnier in Wien eingefahren.
Dennoch überstrahlte an diesem Tag der Einzelsieger alle. "Es war mein bestes Match in diesem Turnier, ich habe mich gut gefühlt und sehr gut aufgeschlagen", sagte Monaco, der im Finale von Düsseldorf seinem Ruf als Sandplatzspezialst alle Ehre machte und seinen Kontrahenten über weite Strecken kontrollierte.
Monaco steigerte sich im Turnierverlauf
In die mit 410.200 Euro dotierte Veranstaltung im Rochusclub war Monaco erst mit einer Wildcard gerückt, nach seinem Freilos zu Beginn steigerte er sich im Turnierverlauf kontinuierlich. Nach 70 Minuten nutzte der Argentinier gleich den ersten Matchball zum Titelgewinn. "Das war eine perfekte Vorbereitung auf die French Open", sagte er.
Das gute Endspiel, in dem Monaco von der Grundlinie zumeist druckvoller und in den wichtigen Phasen vor allem sicherer spielte, entschädigte zumindest ein bisschen für einige Enttäuschungen rund um die Premiere des Power Horse Cup.
So hatten schon vor dem ersten Ballwechsel Grigor Dimitrow (Bulgarien), Nicolas Almagro (Spanien), Michail Juschni (Russland) und Florian Mayer (Bayreuth) ihre geplante Teilnahme im Rochusclub kurzfristig abgesagt. Zudem musste Publikumsliebling Tommy Haas wegen einer fiebrigen Erkältung vor seinem Viertelfinale passen. Deutschlands Nummer zwei Philipp Kohlschreiber (Augsburg) scheiterte bereits im Achtelfinale.
Rundum positives Fazit
"Mit dem neuen Format besteht nun mal die Gefahr, dass auch die Top-Spieler schon im ersten Match ausscheiden", sagte Turnierdirektor Dietloff von Arnim auf der abschließenden Pressekonferenz: "Aber alle Spieler, die hier waren, haben deutlich gezeigt, dass sie unbedingt auf den Platz gehen und gewinnen wollen. Das bestätigt uns und den Weg, den wir eingeschlagen haben."
Nach 35 Jahren fand auf der malerischen Anlage im Grafenberger Wald erstmals ein ATP-Einzelturnier statt. Zuvor war in der NRW-Landeshauptstadt seit 1978 jährlich die Mannschafts-WM ausgetragen worden. "Das Turnier ist jetzt kleiner und die Atmosphäre wieder etwas familiärer", sagte von Arnim, der trotz aller Herausforderungen und Schwierigkeiten "ein rundum positives Fazit" zog.
