Am Sonntag wird Michael Schumacher beim großen Preis von Belgien den 300. Grand Prix seiner Karriere fahren. Bereits drei Tage zuvor hatte der Rekordweltmeister in Spa einen ganz besonderen Termin. Er wurde zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.
Im Rathaus der 10.500 Einwohner zählenden Gemeinde trug sich Schumacher in das Goldene Buch ein. Von Bürgermeister Joseph Houssa wurde er zum neuen Ehrenbürger der belgischen Kleinstadt ausgezeichnet. "Ich habe ja die Strecke in Spa schon immer als mein Wohnzimmer bezeichnet, nun habe ich auch die offizielle Bestätigung, dass ich hier 'wohne'", sagte Schumacher.
Die Ehrenbürgerwürde wurde Schumacher "wegen seiner Verdienste um das Ansehen des Automobilsports und unserer Region" verliehen, hieß es einer Mitteilung. Schumacher hatte in der ostbelgischen Stadt 1991 sein Formel-1-Debüt und ein Jahr später seinen ersten Sieg gefeiert. Insgesamt hat er schon sechsmal in Belgien gewonnen.
Nächste Saison winkt Schumacher ein Rekord
Die Gespräche über die Zukunft des 43-Jährigen bei Mercedes laufen derweil auf Hochtouren. Wie sie ausgehen oder wie der Stand ist: keiner der Beteiligten will etwas verraten. Schumacher betonte im Fahrerlager zum wiederholten Mal, dass mit einer Entscheidung nicht vor Oktober zu rechnen sei. Sollte er noch ein Jahr weitermachen, könnte er die Rekordmarke seines ehemaligen Teamkollegen bei Ferrari Rubens Barrichello knacken.
Der Brasilianer kam in seiner Kariere auf 323 Rennen in der Formel 1, Schumacher liegt am Ende dieser Saison voraussichtlich bei 308, weitere 20 Renne würden im nächsten Jahr warten. Auch wenn der Rekordweltmeister seinen Vertrag nicht verlängern würde, seinem Legendenstatus könnte es nichts anhaben. Schließlich kratzt der ausbleibende erste Sieg seit seinem Comeback im Jahr 2010 auch nicht am Ansehen Schumachers.
Ross Brawn und Michael Schumacher - ein erfolgreiches Duo
Ob Schumacher sein 92. Grand-Prix-Sieg noch gelingt oder nicht, wird die Verhandlungen um einen neuen Vertrag nicht beeinträchtigen. Selbstverständlich aber wäre eine Rückkehr auf die oberste Stufe des Siegertreppchens im Sinne des Rennstalls "Jeder in der Formel 1 und ganz besonders in unserem Team würde sich sehr freuen, wenn Michael in dieser Saison ein Rennen gewinnen könnte", sagte Mercedes-Teamchef Ross Brawn bei.
Brawn war an an allen sieben WM-Titeln Schumachers mitentscheidend beteiligt. Er war es auch, der die Rückkehr Schumachers initiierte, nachdem dessen erster Versuch als Ersatz für den damals verunglückten Felipe Massa im Sommer 2009 bei Ferrari aus gesundheitlichen Gründen fehlgeschlagen war. "Michael und ich kennen uns schon seit einer sehr langen Zeit. Wir haben gemeinsam sehr viel in diesem Sport erlebt", sagte Brawn. "Natürlich pflegen wir ein sehr gutes Verhältnis zueinander und das hilft, aber das ist nur einer von vielen Faktoren."
Ob der deutsche Vorzeige-Rennfahrer noch einmal einen Grand Prix gewinnen wird, steht noch in den Sternen. Was bleibt sind mindestens 300 Rennen in der Formel 1 und die Unterschrift im Goldenen Buch von Spa.
