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Datum: 04. Oktober 2012, 11:19 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sportal.de
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Michael Schumacher kehrt der Formel 1 zum zweiten Mal den Rücken

Michael Schumacher, Formel 1, Mercedes
Michael Schumacher verabschiedet sich zum zweiten Mal aus der Formel 1

Michael Schumacher wird nach seinem Aus bei Mercedes am Ende der Saison nicht zu einem anderen Formel 1-Team wechseln, sondern seine Karriere zum zweiten Mal beenden. "Time to say goodbye", meinte er vor dem Großen Preis von Japan.

Für Michael Schumacher beginnt in Suzuka damit seine Abschiedstournee, die bis zum letzten WM-Rennen in Sao Paulo noch sechs Auftritte umfasst. 21 Jahre hat er seit seinem ersten GP 1991 in Spa in der Formel 1 verbracht. "Ich habe die Motivation und Energie verloren, die zweifelsfrei notwendig sind", lieferte Schumacher in seiner Erklärung eine nachzuvollziehende Begründung für seinen zweiten Rücktritt (Reaktionen zu seinem Rücktritt).

Rücktritt von Michael Schumacher keine Überraschung

Die Entscheidung von Michael Schumacher ist keine Überraschung mehr, nachdem in der letzten Woche bekannt wurde, dass Lewis Hamilton in der kommenden Saison seinen Platz im Cockpit der Silberpfeile übernehmen wird. Natürlich wurde spekuliert, ob der Rekordweltmeister noch zu einem anderen Team wechselt, Sauber hatte sich zum Beispiel in Position gebracht, Schumacher selbst hatte sich an diesen Gedankenspielen aber nicht beteiligt.

Nun sorgte er mit seiner Rücktrittserklärung endgültig für Klarheit. Für Michael Schumacher ist es nach 2006 der zweite Abschied aus der Königsklasse des Motorsports. 2010 war er in die Formel 1 zurückgekehrt, um mit Mercedes neue Erfolge zu feiern, doch die Hoffnungen erfüllten sich für beide Seiten nicht. 52 Rennen bestritt der 43-Jährige im Silberpfeil, nur einmal fuhr er als Dritter auf das Podest (Valencia 2012).

Schumacher: Ziele bei Mercedes nicht erreicht 

Schumacher machte keinen Hehl daraus, dass er sich sein Comeback in der Formel 1 anders vorgestellt hatte. "Ich habe Ende 2009 gesagt, dass ich an meinen Erfolgen gemessen werden möchte, und daher habe ich in den vergangenen drei Jahren viel Kritik eingesteckt, die zum Teil berechtigt war. Es ist unbestritten, dass wir unser Ziel, innerhalb dreier Jahre ein WM-Auto zu entwickeln, nicht erreicht haben", hieß es in der Mitteilung.

Andererseits gibt es für Schumacher auch nichts zu bereuen. Auch wenn viele Experten schon vor seinem Comeback die Befürchtung geäußert hatten, dass der Kerpener nach seiner bis dahin einzigartigen Karriere nur verlieren könne und sich nun bestätigt fühlen dürfen. Schumacher selbst haben solche Ansichten nie interessiert, ihm ging es vielmehr darum, seinen eigenen Traum erneut zu leben.

Verlieren schwieriger als Gewinnen

"Ich habe in den vergangenen sechs Jahren vieles - auch über mich selbst - dazugelernt, und dafür bin ich dankbar: dass man sich öffnen kann, ohne an Fokus zu verlieren. Dass Verlieren schwieriger als Gewinnen sein kann, und auch lehrreicher; vorher hatte ich das manchmal aus den Augen verloren. Dass man es schätzen muss, wenn man tun darf, was man liebt. Dass man seine Überzeugungen leben sollte. Ich habe meinen Horizont erweitert und bin im Reinen mit mir", bilanzierte er die Zeit nach seinem ersten Rücktritt bis heute.

Die Erfolge von einst kann ihm keiner mehr nehmen, auch wenn seine Bilanz bei den Silberpfeilen in einem krassen Missverhältnis zu seiner ersten Formel 1-Karriere steht. 250 Rennen hatte Michael Schumacher zwischen 1991 und 2006 bestritten und dabei 68 Pole Positions, 91 Siege und sieben Weltmeisterschaften errungen - dabei stellte er unzählige Rekorde auf. "Klar ist für mich aber auch, dass ich nach diesen drei Jahren nicht weniger glücklich sein kann über das, was ich in der Formel 1 erreicht habe", erklärte Michael Schumacher dazu.

Aktuell bleiben ihm nun noch sechs Rennen, um sich einen schönen Abschied aus seinem geliebten Sport zu verschaffen. Michael Schumacher ist mit sich im Reinen und fühlt sich nach einer langen Zeit des Grübelns befreit. "Mit meiner heutigen Entscheidung fühle ich mich von diesen Zweifeln befreit", sagte er.