Während Heinz-Harald Frentzen über das Comeback von Michael Schumacher lästert, ist der Rekordweltmeister zufrieden, die ganz besonderen Momente erlebt zu haben. Im Interview plaudert er über seine Alkoholabstinenz und das Rennen als Ehrenbürger von Spa.
Michael Schumacher hat eine neue Leidenschaft entdeckt und dabei geht es auch wieder steil nach oben. "Ich fange an, an Kunstfliegern Spaß zu haben. Das interessiert mich und ich werde irgendwann in nächster Zeit meinen Flugschein machen - für kleinere Sportflugzeuge zumindest", kündigte der Rekordweltmeister in einem Interview der Bild am Sonntag an.
Schumacher: Ich bereue nichts
Natürlich äußerte sich Schumacher auch zur Fomel 1. Nach seinem Comeback befragt, äußerte sich Schumacher zufrieden. "Bereut habe ich mein Comeback bis jetzt nicht eine Sekunde. Es waren sehr viele schöne Momente dabei", sagte Schumacher, der in Valencia in diesem Jahr mit Platz drei erstmals seit seinem Sieg am 1. Oktober 2006 wieder auf dem Podest gestanden hatte. Aber auch ansonsten erfreute sich Schumacher an Augenblicken, "die vielleicht nach außen nichts besonderes waren, aber für mich: Ich hab mich da in meinem Element und auch bestätigt gefühlt".
Die große Frage ist und bleibt: Wird der 43-jährige Rekordchampion auch in der kommenden Saison seiner Formel-1-Passion nachgehen und seinen Vertrag bei Mercedes verlängern? Diese Frage ließ er offen. Die Entscheidung soll erst im Oktober fallen. Bis zum Saisonende will Michael Schumacher auf jeden Fall noch einen Sieg einfahren. Sollte er eines Tages ohne Sieg seine zweite Karriere beenden, würde er das auf jeden Fall bedauern: "Schade fände ich es schon, klar."
Frentzen stichelt gegen Schumacher
Während Schumacher versöhnlich über seine Comeback-Zeit spricht, stichelte Heinz-Harald Frentzen (WM-Vize von 1997) laut "Motorsport aktuell". Er schließe ein Comeback aus, "weil ich schon 45 bin und Michael Schumacher alles dafür getan hat, dass ältere Herren in der Formel 1 nicht mehr so gefragt sind." An diesem Eindruck könnte Schumacher am kommenden Wochenende etwas ändern, wenn es in sein Wohnzimmer geht.
Bei seinem 300. Formel-1-Rennen geht Schumi im ostbelgischen Spa an den Start. Die Stadt verleiht ihm dabei am Donnerstag die Würde des Ehrenbürgers. Dies teilte Bürgermeister Joseph Houssa mit. Die Ehrenbürgerwürde werde Schumacher "wegen seiner Verdienste um das Ansehen des Automobilsports und unserer Region" im Rathaus der gut 10.000 Einwohner zählenden Stadt verliehen, hieß es in der Mitteilung.
Brawn macht wenig Hoffnung auf den Sieg
Als "Meister der Meister" habe Schumacher großen Anteil daran gehabt, die Rennstrecke von Spa-Francorchamps bekannt zu machen. Insgesamt hat der 43-Jährige schon sechsmal in Belgien gewonnen. 2006 war Michael Schumacher bereits zum Ehrenbürger von Maranello ernannt worden.
Teamchef Ross Brawn kann Schumacher allerdings nur wenig Hoffnung auf einen Sieg machen. "Wir sind bei der Leistung unseres Autos noch nicht ganz in der Position, in der wir gerne wären, weshalb es unwahrscheinlich ist, dass wir um den Sieg kämpfen werden", sagte der Brite der Nachrichtenagentur dpa vor dem Großen Preis von Belgien. "Aber es wäre schön, wenn Michael zu diesem besonderen Anlass ein gutes Ergebnis erzielen könnte."
Schumacher trank kein Alkohol
Und wo sonst, wenn nicht in Spa-Francorchamps. Auf dem spektakulären Kurs in den Ardennen fuhr Schumacher sein erstes Rennen 1991, ein Jahr später feierte er dort seinen ersten Formel-1-Sieg. 1995 raste er im Regen von Startrang 16 zum Sieg. Vor zwölf Monaten stieß Schumacher in Spa mit Kölsch auf sein 20-Jähriges in der Formel 1 an.
Dabei verriet er nun, dass er lange Zeit gar keinen Alkohol getrunken hat. "Weil ich dachte, das wäre schädlich und würde mich langsamer machen", sagte er in dem "BamS"-Interview: "Bis ich dann ein Bier getrunken und festgestellt habe: Ich kann trotzdem noch gewinnen!" Vielleicht darf es dann ja auch am Sonntag ein kühles Blondes sein.
