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Datum: 23. Mai 2013, 19:16 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sportal.de
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Mercedes untermauert Pole-Ansprüche beim Grand Prix von Monaco

Mercedes, Monaco, Formel 1
Die Silberpfeile waren auch in Monaco stark im Freien Training

Beim GP von Monaco ist Freitag traditionell Ruhetag, daher fanden die Freien Trainings bereits am Donnerstag statt. Dabei gab es nicht viel Neues: Die Silberpfeile lieferten eine Bestzeit nach der anderen und an Romain Grosjean haftet weiter der Ruf des Crash-Piloten.

Beim Freien Training zum Großen Preis von Monaco ist Nico Rosberg in 1:14,759 Minuten die mit Abstand schnellste Rundenzeit gefahren. Der gebürtige Wiesbadener brauchte 0,318 Sekunden weniger als Teamkollege Lewis Hamilton, der Zweiter wurde. Weltmeister Sebastian Vettel landete auf Rang neun.

Trotz seines großen Vorsprungs wollte Rosberg noch nicht über den Ausgang des Qualifyings am Samstag spekulieren. "Generell bin ich zufrieden. Heute war ein guter Tag, an dem es in die richtige Richtung ging", sagte der 27-Jährige, der seit seiner Jugend in Monaco wohnt.

Um gar an eine Doppelpole für die Silberpfeile zu denken, sei es viel zu früh, so Rosberg: "Wir wissen wirklich nicht, was die anderen Teams tun, welches Programm sie testen." Bei Mercedes stand im Training abermals die Rennperformance im Fokus. Dabei setzte das Team aus Brackley Wärmekameras ein, um die Erhitzung der Hinterreifen genau zu verstehen.

"Das Reifenmanagement macht uns immer noch Sorgen", fasste Rosberg anschließend zusammen. Er war mit 31 absolvierten Runden im 2. Freien Training nicht nur der schnellste, sondern auch der fleißigste Pilot. "Wir fangen an, es ein wenig besser zu verstehen, aber es gibt immer noch ein paar Probleme, die wir noch nicht vollständig verstanden haben", so Rosberg. Er kämpfte bei seinem Longrun erneut mit den abbauenden Hinterreifen, Teamkollege Lewis Hamilton beklagte dagegen den Verschleiß an der Vorderachse.

Bei Sebastian Vettel streikt die Technik

Trotz der Bedenken war Rosbergs Abstand auf die Konkurrenten teils überraschend deutlich. Diese zeigten sich dann auch beeindruckt. "Eine 1:14,7 war nicht drin", erklärte der fünftplatzierte Mark Webber. Von Sebastian Vettel trennte Rosberg sogar über eine Sekunde, weil der 25-jährige Heppenheimer Probleme mit dem Energierückgewinnungssystem KERS hatte. Vettel verlor durch die fehlenden Extra-PS einige Sekundenbruchteile pro Runde und schaffte im Red Bull als Neunter gerade so den Sprung in die Top Ten.

"Mein Run auf Supersofts war sehr schwach", gestand Vettel anschließend: "Ich war nicht in der Lage, mich zu verbessern, was normalerweise leicht sein sollte." Seine schnellste Runde hatte der Heppenheimer deshalb mit den härteren Slicks aufgestellt und musste sich somit auch seinen härtesten Konkurrenten im Kampf um die Weltmeisterschaft geschlagen geben.

Fernando Alonso: "Bis Samstag pusht hier keiner mit 100 Prozent"

Ferrari-Pilot Fernando Alonso wurde am Donnerstag Dritter vor Teamkollege Felipe Massa (4.). Der Asturier wollte sich ob der Probleme bei Red Bull trotzdem nicht freuen. "Wir müssen ein bisschen abwarten, um zu sehen, wo unsere Rivalen wirklich stehen", sagte Alonso: "Bis Samstag pusht hier keiner mit 100 Prozent. Die Leitplanken sind eine zu große Bedrohung, um in den ersten Freien Trainings Risiken einzugehen."

Der WM-Zweite Kimi Räikkönen schaffte im Lotus die sechstschnellste Zeit, rechnet sich aber dennoch Chancen auf einen der vordersten Plätze in der Qualifikation aus: "Um auf Pole zu kommen, müssen wir das Auto etwas schneller machen und ich muss besser fahren." Ein Indiz, das für den Optimismus spricht: Die starke Performance seines Teamkollegen Romain Grosjean (7.).

Romain Grosjean zerstört seinen Lotus

Der Franzose war auf der härteren Reifenmischung zweitschnellster Pilot nach Fernando Alonso, zerstörte aber seinen Lotus, bevor er auf der superweichen Reifenmischung eine Zeit setzen konnte. Grosjean hatte mit den superweichen Reifen deutlich mehr Haftung erwartet.

"Mein Bremsmanöver und die Geschwindigkeit am Kurveneingang waren vollkommen falsch", erklärte der 27-Jährige. Der folgende Crash in der Sainte-Devote kostete einigen Piloten die beste Rundenzeit auf der superweichen Reifenmischung.

Im Gegensatz zu Grosjean schonten die beiden weiteren deutschen Piloten ihre Boxencrews, weil sie ihre Autos in einem Stück zurück in die Garagen brachten. Mit Bestzeiten überraschen konnten sie jedoch nicht. Force-India-Pilot Adrian Sutil wurde Elfter, Nico Hülkenberg kam im Sauber über Rang 13 nicht hinaus.

Autor: Alexander Maack