Beim Großen Preis von Kanada blieb McLaren zum ersten Mal seit 64 Rennen ohne Punkte, Jenson Button und Sergio Perez wurden sogar von Rennsieger Sebastian Vettel überrundet. Trotzdem fürchtet Sportchef Sam Michael sich nicht vor personellen Konsequenzen und glaubt weiter an sein Team. "Wenn man Leute feuert, um nach vorne zu kommen, muss man sehr vorsichtig sein. Denn man könnte die falschen Mitarbeiter rauswerfen", erklärte der Brite im Interview mit dem TV-Sender Sky und verteidigte seine Kollegen: "Da sind ganz gute Ingenieure und Fahrzeugdesigner, die in der Vergangenheit wertvolle Arbeit geleistet haben. Sie sind die Besten, wenn es darum geht, dieses Auto nach vorne zu bringen." Aus einem einzigen Rennen Konsequenzen abzuleiten, hält der 42-Jährige für falsch: "In Montreal haben wir schlechter ausgesehen als wir sind, denn wir haben in den letzten paar Rennen gute Fortschritte erzielt und ich bin mir sicher, dass wir in Silverstone konkurrenzfähiger sein werden als in Kanada."
"Großer Fortschritt wohl unrealistisch"
Dabei steckt er die Hoffnungen vor allem in neue Teile, die in England besser funktionieren sollen, als beim Kanada Grand Prix. "Ein großer Fortschritt wäre wohl unrealistisch, wir müssen einfach dranbleiben und uns in kleinen Schritten an die Spitze zurückkämpfen", betonte Michael. Das Auto werde weiter entwickelt, um den Anschluss an die Spitze wiederherzustellen: "Wir müssen uns jetzt darauf konzentrieren, nicht mehr von den Spitzenfahrern überrundet zu werden. Die Weiterentwicklung des Autos läuft noch und zeigt auch Ergebnisse, nur eben nicht so schnell, wie wir es uns erhofft hatten."Martin Grabmann
