Man kann eigentlich nur hoffen, dass der völlig verkorkste Saisonauftakt der European Tour in Durban ein Fingerzeig für das nächste Golfjahr wird. Obwohl - bei allem Chaos in Südafrika war das Abschneiden der deutschen Newcomers Maximilian Kieffer äußerst erfreulich.
Bei der wegen Unwetterkapriolen auf zwei Runden verkürzten Nelson Mandela Championship erspielte sich der Neu-Profi nach zwei 62er-Runden auf dem ebenfalls verkürzten Kurs im Royal Durban Golfclub einen starken geteilten vierten Rang. "Das ist schon eine ganz andere Welt da draußen", erklärte Kieffer laut europeantour.com den Unterschied zur Challenge Tour, auf der er sich in der abgelaufenen Saison dank Platz 13 die Tourkarte für die European Tour gesichert hatte.
"Man ist nervös, will sehen, wo man steht. Aber die Challenge Tour hat einen auf die Ups und Downs schon vorbereitet. Ich fühlte mich daher gut vorbereitet." Sein Saisonziel 2013 hatte er bereits vor einem Monat gegenüber exklusiv-golfen.de umrissen. "Die Tour-Karte zu halten, hat natürlich Priorität. Ein absolutes Highlight wäre auf jeden Fall ein Sieg. Aber vom spielerischen her ist eine regelmäßige Top 5-Platzierung eine optimale Bestätigung der Leistung."
Daher lag Kieffer (-6) in Durban schon einmal voll innerhalb der gesteckten Ziele, verpasste nur um einen Schlag das Stechen um den Sieg, den letztlich Scott Jamieson vor Steve Webster und Eduardo de la Riva holte. Enttäuscht war er trotdzem nicht. "Ich habe noch eine gute Runde gespielt", fasste Kieffer laut europeantour.com zusammen. "Die Abschläge waren zwar nicht so gut wie noch am Vortag, aber das Scrambling lief gut und auf der Back Nine klappte es auch beim Putten besser."
Kieffer 2013 zusammen mit Kaymer, Siem und Lampert auf der Tour
Der Anfang für die weitere Karriere ist gemacht, die großen Herausforderungen kommen für Kieffer aber noch, schließlich waren die Topstars der europäischen Golfszene in Südafrika noch gar nicht am Start gewesen. Martin Kaymer zum Beispiel, den Kieffer zu seinen Idolen zählt, erholt sich derzeit von der abgelaufenen Saison.
Wenn Kieffer auch dann seine Leistung bringen kann, werden ihn sicher auch die Kollegen der Nachrichtenagentur dpa auf dem Zettel haben und auch richtig schreiben. Nach der ersten Runde hatten sie ihn im Leaderboard offenbar noch glatt übersehen, trotz Platz fünf tauchte er nicht in deren verschickter Kurzmeldung auf, am zweiten Tag berichteten sie zwar über ihn, unterschlugen aber ein "f" in seinem Nachnamen.
Dafür konnten weitere Rookies auf sich aufmerksam machen. Moritz Lampert, der sich ebenfalls für die Europa Tour 2013 qualifiziert hatte, landete nach Runden von 65 und 63 auf dem geteilten 32. Rang, der erst 15-jährige Amateur Dominic Foos ließ dem guten 64er Auftakt eine 65er-Par-Runde folgen, was ihm immerhin den 40. Platz einbrachte.
