"Wir haben gegen Chelsea, Arsenal und Manchester City gut ausgesehen. Warum nicht auch gegen United", hatte Swansea-Coach Michael Laudrup geunkt. Gesagt, getan. Die Waliser trotzten den Red Devils ein 1:1 ab. Der Vorsprung des Tabellenführers schmolz.
Nach den Toren von Patrice Evra (16.) und dem Ausgleich durch Michu (29.) beträgt der Vorsprung von Manchester United auf den Lokalrivalen Manchester City in der Tabelle der Premier League nur noch vier Punkte. Der Wunsch von Trainer Sir Alex Ferguson, gegen Swansea nicht nur zu gewinnen, sondern auch etwas für das Torverhältnis zu tun, erfüllte sich dank eines couragierten Auftritts des Gegners aber auch wegen vieler Fehler seiner eigenen Mannschaft in Offensive und Defensive nicht.
Manchester United in Führung, aber wackelig bei Kontern
Manchester United präsentierte sich im Liberty Stadium offensiv und druckvoll, dabei allerdings - wie zuletzt eigentlich immer - anfällig bei schnellen Gegenangriffen. Daran konnte auch Nemanja Vidic nichts ändern, der erstmals seit September wieder in der Startformation der Red Devils stand. Nach einem langen Pass aus dem Mittelfeld war Swanseas Michu schneller als der Serbe, bekam den Ball allerdings aus spitzem Winkel nicht auf das Tor von David de Gea.
Überaus sattelfest ist allerdings auch die Swansea-Abwehr nicht, was die frühe Führung von Manchester United erheblich begünstigte. Zweimal hatte der von seiner Leistenverletzung genesene und anstelle von Ersatzkeeper Gerhard Tremmel Keeper wieder ins Tor zurückgekehrte Michel Vorm seine Klasse zeigen können, als er erst einen Distanzschuss von Wayne Rooney, dann einen Flachschuss von Ashley Young entschärfte. Doch als nach einem Eckball Patrice Evra (16.) nicht entscheidend beim Kopfball gestört wurde, konnte auch er das 0:1 nicht verhindern.
Michu schafft den Ausgleich für Swansea
Manchester United drückte in der Folge auf das zweite Tor, fand aber gegen Swanseas Defensive kein Durchkommen. Stattdessen ließen sie den Gegner erneut kontern und wurden mit dem 1:1-Ausgleich bestraft. Jonathan de Guzman war nach einem starken Pass von Wayne Routledge an de Gea noch gescheitert, doch den Abpraller drückte Michu (29.) über die Linie. Das bereits 13. Saisontor von Swanseas Toptorjäger drehte das Spiel.
Angeführt vom emsigen de Guzman war in der temporeichen Partie jetzt Swansea am Drücker. Ein ums andere Mal legten sie die Anfälligkeiten der Red Devils in der Defensive offen, zeigten sich aber hinten auch selbst anfällig und hatten Glück, dass der völlig freistehende Rooney aus Evras herrlichem Flankenlauf und perfektem Rückpass von der Grundlinie kein Kapital schlug, sondern erneut an Vorm scheiterte, der seinem Team ein verdientes Remis in die Pause rettete.
Manchester United überlegen, aber Swanseas Abwehr hält
Nach dem Seitenwechsel kontrollierte trotz gutem Beginn von Swansea und einer guten Chance von Kemy Agustien insgesamt Manchester United die Partie, hatte mehr Ballbesitz. Doch erst fehlten die Ideen für den sicheren Abschluss, dann präsentierte sich auch die Abwehr der Gäste mittlerweile sicherer und ManU einfach mit zu vielen Fehlern. Nathan Dyer und Chico stoppten einen Flankenlauf von Evra in Teamarbeit, Ashley Williams blockte einen Torschuss von Young mit starkem Einsatz ab. Erst in den letzten zwanzig Minuten, als Swansea immer mehr die Kräfte schwanden, wurde es gefährlicher.
Robin van Persie scheiterte per Volley-Kunstschuss aber an der Querlatte, ein Rooney-Zuspiel auf den eingewechselten Javier Hernandez war zu unpräzise und zudem noch abgefälscht, so dass es nicht zu einem zwingenden Torschuss reichte. Und als es dann wirklich gefährlich wurde, waren Keeper und Abwehr wieder auf dem Posten. Vorm verwehrte mit einer Glanzparade einem Kopfball von Carrick den Weg über die Torlinie, kurz darauf warf sich erst Williams in einen Schuss von Robin van Persie, dann rettete Ben Davies auf der Linie gegen Young.
