Eine Stunde lang hatte Manchester United das Traditionsduell gegen den viel zu passiven FC Liverpool dominiert, aber zu viele Chancen vergeben. Doch mit dem Treffer von Joker Daniel Sturridge drohte das Spiel noch einmal zu kippen und ManU musste bis zum Ende zittern.
Der Treffer des Einwechselspielers (57.) initiierte zwar noch einmal eine druckvolle Schlussphase der Reds, war aber angesichts der zuvor von Robin van Persie (19.) und Nemanja Vidic (54.) herausgeschossenen Führung letztlich nicht mehr als Ergebniskosmetik. Manchester United festigte durch den 2:1-Sieg seinen Platz an der Tabellenspitze der Premier League (55 Punkte), Liverpool (31) verharrt dagegen im Mittelfeld.
Druckvolles Manchester United führt und lässt viel liegen
In der Anfangsviertelstunde hatten sich beide Teams Rasenschach in eher gemäßigtem Tempo geliefert, wobei Manchester United ein leichtes Übergewicht hatte. Liverpool war im Spiel nach vorne relativ ideenlos, stand dafür hinten sicher, bis die Red Devils den Ball über Danny Welbeck, Tom Cleverley und Shinji Kagawa auf den linken Flügel zu Patrice Evra gespielt hatten. Dessen präzisen Flachpass in die Mitte verwertete der nicht eng genug bewachte Robin van Persie (19.) aus der Drehung zum 1:0.
Mit der Führung im Rücken erhöhte Manchester United den Druck und dominierte die Partie. Dabei profitierte es allerdings auch von den sich konsterniert weiter zurückziehenden Liverpoolern, die den Gastgebern zudem noch den nötigen Platz für ihr Passspiel gaben. Einziger Kritikpunkt bei den Red Devils: die mangelhafte Chancenauswertung.
Ashley Young nutzte eine dieser Lücken für ein Zuspiel auf van Persie, dessen Lupfer allerdings das Gästetor verfehlte. Daniel Agger grätschte in höchster Not Gegenspieler Danny Walbeck den Ball vom Fuß, der kurz darauf aus halblinker Position ebenso das Tor verfehlte wie Cleverly mit einem schulmäßigen Volleyschuss. Die dickste Chance vor der Pause vergab van Persie kurz vor der Pause, als er den Ball nach Zuspiel von Rafael mit der Hacke Richtung Tor bugsierte, Martin Skrtel aber auf der Linie klären konnte.
Dem Anschlusstreffer von Sturridge folgen keine weiteren Tore
Die zweite Hälfte gingen beide Teams mit frischen Kräften an. Sir Alex Ferguson musste Young, der sich in der ersten Hälfte am Knie verletzt hatte, durch Antonio Valencia, Brendan Rogers erhoffte sich mit der Hereinnahme von Daniel Sturridge für Lucas Impulse für die bis dato nicht existente Offensive. Der Joker stach auch, allerdings erst, nachdem Nemanja Vidic (54.) zunächst einen Kopfball von Evra nach van Persie-Freistoß über den Scheitel gerutscht und zum eigentlich längst überfälligen 2:0 ins Tor gefallen war.
Kurz darauf fuhr Liverpool den ersten ernstzunehmenden Angriff der Partie und wurde belohnt. Steven Gerrard hatte den Ball erobert und aus 20 Metern abgezogen, David de Gea nur abklatschen können. Sturridge (57.) stand allerdings goldrichtig und netzte zum 2:1-Anschlusstreffer ein. Das Spiel nahm dadurch noch einmal Fahrt auf, denn Liverpool wurde druckvoller und brachte die bis dato kaum geprüfte Man United-Defensive mehrfach zum Wackeln. Evras Rückpass auf Vidic wurde von Sturridge abgefangen, der Fabio Borini einsetzte, dessen Volleyschuss aber knapp am Tor vorbeiflog.
Für Manchester United schien es in den letzten Minuten nur noch darum zu gehen, den Vorsprung über die Zeit zu retten. Chris Smalling ersetzte Vidic auf der Innenverteidigerposition, doch es musste weiter gezittert werden. Sturridge kam im Durcheinander des United-Strafraums an den Ball, schoss aber erst deutlich drüber, kurz darauf scheiterte er am Außennetz und vergab den dank der Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte und Uniteds Abfall möglichen Ausgleich. Die Reds warten damit weiter seit 2004 auf einen Punktgewinn im Old Trafford.
