Wegen eines Ticketskandals knapp zwei Monate vor den Olympischen Spielen in London hat der ukrainische NOK-Generalsekretär Wladimir Geraschtschenko seinen Rücktritt erklärt. "Er hat sein Amt zur Verfügung gestellt", teilte das Nationale Olympische Komitee (NOK) der Ex-Sowjetrepublik am Montag in Kiew mit. Geraschtschenko war von Reportern des britischen Senders BBC, die sich als Schwarzmarkthändler getarnt hatten, mit versteckter Kamera beim angeblichen Ticket-Verkauf gefilmt worden. Der ukrainische NOK-Chef und Stabhochsprung-Weltrekordler Sergej Bubka suspendierte ihn daraufhin. Geraschtschenko hatte betont, er sei unschuldig. Nicht genehmigte Ticketverkäufe sind illegal in Großbritannien und können mit einer Geldbuße von bis zu 20.000 Pfund (rund 25.000 Euro) bestraft werden. Als er vor laufenden Kameras konfrontiert wurde, stritt Geraschtschenko alles ab. Er habe nie einen Verkauf von Karten in Großbritannien vorgehabt, sagte er. Nach Medienangaben soll eine Untersuchungskommission die Vorgänge klären und auch helfen, den Imageschaden für das Co-Gastgeberland der Fußball-Europameisterschaft zu begrenzen. Geraschtschenko habe seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit erklärt, hieß es. Er soll laut BBC 100 von 2900 ukrainischen Eintrittskarten für die Sommerspiele angeboten haben. Mit der Reaktion von Bubka, der seit 2008 dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) angehört, sind nicht alle Mitglieder des ukrainischen NOK zufrieden. So sagte Vize-NOK-Chef Viktor Korsch, der Ticketskandal sei in Wirklichkeit nur eine "Provokation" gewesen. (dpa)



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