Was hätten die gerade einmal 15.000 Zuschauer auch anderes tun sollen als zu träumen? Denn Höhepunkte hatte es in der Partie des VfB Stuttgart gegen den FC Kopenhagen über weite Strecken nicht gegeben, wenn man von einem nicht gegebenen Elfmeter absieht.
So blieben unter dem Strich eine magere Nullnummer und ein komplett uninspirierter Auftritt, die den VfB Stuttgart mit nur zwei Punkten aus drei Spielen in der Europa League Schlusslicht der Gruppe E bleiben lassen. Von der K.o.-Runde werden Fans und Mannschaft angesichts dieser Kontellation wirklich nur träumen können. Spitzenreiter ist weiter Steaua Bukarest mit sieben Punkten, Kopenhagen folgt mit vier Punkten, die Norweger aus Molde haben dank ihres Erfolges über den VfB drei Zähler.
"Insgesamt sind wir ein bisschen zu passiv und müssen mehr tun", hatte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic das Geschehen schon nach der ersten Hälfte treffend zusammen gefasst. Wobei man das Wort "bisschen" auch durchaus als höfliche Untertreibung werten konnte.
VfB Stuttgart ohne Ideen gegen FC Kopenhagen
Der VfB Stuttgart, mit Christian Molinaro anstelle des verletzten Arthur Boka auf der linken Abwehrseite und Raphael Holzhauser neben Christian Gentner und Ibrahima Traore vor Sechser William Kvist im Mittelfeld, hatte zunächst die größeren Spielanteile. Allerdings wussten die Schwaben damit gegen die vornehmlich auf Verteidigung ausgerichteten Kopenhagenern zunächst wenig anzufangen.
Es fehlten die zündenden Ideen oder schlicht und ergreifend einfach die nötige Präzision und Konzentration beim letzten Pass. Traore spielte nicht nur ungenaue Flanken, ihm versprang zudem noch der Ball, Martin Harnik legte sich ein Zuspiel von Vedad Ibisevic zu weit vor. Torgelegenheiten blieben so natürlich Mangelware. Zumindest eine wohlwollend gerechnet halbe Möglichkeit hatten immerhin die Gäste bei ihrem einzigen ernstzunehmenden Angriff kurz vor dem Seitenwechsel. Lars Jacobsen hatte das Spielgerät bei einem Konter in die Mitte gebracht, wo César Santin aber am Ball vorbei rutschte.
VfB Stuttgart wird Elfmeterpfiff verweigert
Dramatisch begann der zweite Durchgang, als der für den enttäuschenden Holzhauser eingewechselte Tunay Torun einen von Keeper Johan Wiland nicht festgehaltenen Ball erlaufen wollte und nach dem Zweikampf mit dem Torhüter zu Boden ging, vom Schiedsrichter aber nicht den erhofften und auch nicht unverdienten Elfmeter bekam, sondern die Gelbe Karte sah. Die Hereinnahme von Torun hatte dem Spiel des VfB Stuttgart deutlich mehr Schwung gebracht und ein Fallrückzieher-Versuch von Vedad Ibisevic sorgte für ein kleines Pluspünktchen auf dem Reporter-Notizzettel.
Die positiven Ansätze wollte Bruno Labbadia durch die Hereinnahme von Shinji Okazaki für den schwachen Traore noch verstärken. Das dringend benötigte Trojanische Pferd war aber auch der Japaner nicht. Der VfB Stuttgart belagerten in der Folge zwar weiter überwiegend den Strafraum der Gegner, wirklich hinein kam er aber nicht - auch nicht, als sie in der Abwehr auf Dreierkette umstellten und damit im Spiel nach vorne mehr riskieren wollte. Mehr als ein Schuss von Cristian Molinaro und ein von Wiland gehaltener Versuch von Torun sprangen nicht mehr heraus, sodass erst der Schlusspfiff des Schiedsrichters wieder als nennenswerter Höhepunkt gelten konnte.
