Auch wenn Lionel Messi nichts von einem Duell gegen Cristiano Ronaldo wissen will, die beiden besten Spieler der Primera Division werden einen Fern-Zweikampf bestreiten. Ebenso wie ihre Trainer bei Real Madrid und dem FC Barcelona, José Mourinho und Tito Vilanova.
Dabei geht es um Titel - besser gesagt, am ehesten um den spanischen Meistertitel - und Tore. In Sachen Meisterschaft hatte dabei zuletzt das Duo Ronaldo/Mourinho die Nase vorne. Der Kampf um die meisten Tore ging dabei an Messi: Er brachte es auf 50 Treffer in der Liga und insgesamt 73 in Pflichtspielen des FC Barcelona. Schämen dürfte sich allerdings auch Ronaldo nicht angesichts von 46 Ligatoren und 60 Gesamtreffern auf dem Konto.
Denn die Madrilenen kamen mit neun Treffern Vorsprung zum ersehnten Ziel: Dem ersten Primera-Divionstitel nach drei Jahren Zwangspause. Umso bitterer war es in der Zeit für die Anhänger der Königlichen, dass es immer Barca war, das sich Meisterehren verdiente. Das erste direkte Duell der beiden Superstars Messi und Ronaldo ist übrigens gar nicht so fern, in der Super Copa an den nächsten beiden Donnerstagen können die beiden allerdings wenig für ihr Torekonto in der Primera Division machen.
Mourinho - "The Only One"
Für Real-Trainer Jose Mourinho, der sich gerne mit dem Beinamen "The Special One" schmückt, war dieser Titel auch ein persönlicher Triumph. Und dies nachdem man in der spanischen Hauptstadt so langsam zu zweifeln begann. Mit nun vier Meistertiteln in vier Ländern zog er mit drei anderen Trainern gleich: Tomislav Ivić, Ernst Happel und Giovanni Trapattoni.
Noch wichtiger dürfte für ihn jedoch die Tatsache sein, dass er es in den drei großen Ligen Europas in England, Italien und Spanien zur Meisterschaft brachte. Deswegen, so Mourinhos gewohnt unbescheidene Schlussfolgerung, wäre es doch nur legitim, ihn nun "The Only One" zu nennen, wie er dem portugiesischen TV-Sender SIC sagte.
Real: Noch kein Neuer, aber einige Ehemalige
Real gönnte bis dato Ronaldo übrigens keine neuen Mitspieler, so sind auf Seiten der Königlichen nur Abgänge zu verzeichnen. Hamit Altintop, Fernando Gago und Sergio Canales sind bereits weg, für Kaká sowie Nuri Sahin werden neue Vereine gesucht, an Sahin soll unter anderem der FC Arsenal Interesse haben.
So etwas hatte es seit Jahren nicht gegeben. Die Zeiten, in denen Clubchef Florentino Pérez jedes Jahr einen neuen Weltstar präsentieren konnte, sind vorbei. Die Königlichen hoffen noch auf die Verpflichtung von Luka Modric von Tottenham Hotspur, aber ein Weltstar ist der Kroate auch nicht.
Barcelona holte nur Jordi Alba
Barça geht - ebenso wie Real - mit einer fast unveränderten Elf in die neue Spielzeit. Mit Jordi Alba vom FC Valencia wurde bislang nur ein neuer Spieler unter Vertrag genommen - bei einer Ablösesumme von 14 Millionen Euro nicht gerade ein spektakulärer Transfer.
Die große Unbekannte ist: Wie schlägt sich Vilanova? Der neue Coach verfolgte in den Testspielen die gleiche Strategie wie sein berühmter Vorgänger: Die Elf setzte auf Ballbesitz mit schnellen Kombinationen, im Angriff hatte Lionel Messi alle Freiheiten. Aber wird der "Guardiolismus ohne Guardiola" funktionieren? Und wie reagieren die Fans, wenn Barça verliert und Zweifel am neuen Trainer laut werden?
Hinter Barcelona und Real: Niemandsland?
Neben Real und Barça werden eigentlich keinem anderen Club ernsthafte Titelchancen eingeräumt. Zum Abschluss der vorigen Saison lag der FC Valencia als Tabellendritter 39 Punkte hinter den Madrilenen und 30 hinter den Katalanen. Kaum jemand zweifelt daran, dass sich auch in dieser Spielzeit wieder eine große Kluft zwischen den beiden Spitzenclubs und dem übrigen Feld auftun wird.
Ausdruck dieser drückenden Überlegenheit und der von Messi und Ronaldo angeführten Superstars sind auch die Angebote einiger Wettanbieter: So kann man auf den "Meister" hinter Real und Barcelona tippen.
