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Lewis Hamilton gewinnt in Spielberg nach Crash mit Nico Rosberg

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03. Juli 2016, 15:50 Uhr
Lewis Hamilton
Lewis Hamilton gewann trotz verpatzten Boxenstopss

Pfeifkonzert für Sieger Lewis Hamilton: Nach dem nächsten großen Knall im Stallduell der Mercedes-Silberpfeile hat Nico Rosberg den Triumph beim Großen Preis von Österreich in Spielberg und Hamilton die Gunst der Fans verloren. In Führung liegend, kollidierte WM-Spitzenreiter Rosberg in der letzten Runde nach einem fragwürdigen Manöver mit Hamilton, der zum 46. Sieg seiner Karriere und zum 250. Erfolg eines Briten in der Formel 1 fuhr.

Rosberg rettete sich mit einem sichtlich beschädigten Auto nur noch auf Platz vier hinter Max Verstappen (Niederlande/Red Bull) und Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen (Finnland). "So geht es nicht mehr", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff am Sky-Mikrofon: "Ich muss mich jetzt erstmal abkühlen, und dann überlegen wir, wie wir vorgehen. Vielleicht muss man unpopuläre Entscheidungen treffen und die beiden nicht mehr frei gegeneinander fahren lassen. Wenn sie es nicht verstehen, müssen wir für sie entscheiden."

GP von Östrreich: Das komplette Rennen zum Nachlesen

Hamilton beteuerte seine Unschuld: "Ich war außen. Ich habe nicht gecrasht. Ich bin hier, um zu gewinnen." Für das Pfeifkonzert hatte er kein Verständnis: "Das ist nicht mein Problem." Rosberg habe in der letzten Runde einen Fehler in der ersten Kurve gemacht, er sei seine Linie gefahren und habe schließlich überholt: "Das ist mein Job."

"Das war echt heftig"

Rosberg sah das ganz anders: "Ich war auf der Innenbahn und kann deshalb diktieren, deshalb war ich schon echt überrascht, dass er da reingelenkt hat, das war echt heftig", sagte er bei Sky. Ob er denn irgendwas Positives aus diesem Rennen, das er lange dominiert hatte, mitnehmen könne? "Nein. Gar nichts."

Trotz des achten Sieges von Merceedes im neunten Rennen dürfte die nächstes Eskalation der beiden WM-Favoriten die Teamchemie vor eine Zerreißprobe stellen. "Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, was da in den Köpfen vorgeht. Beide hatten keine Bremsen mehr, aber das konnten wir ihnen nicht sagen", erklärte Wolff.

Einen Tag zum Vergessen erlebte auch Sebastain Vettel. An seinem 29. Geburtstag zerplatzte der Traum des viermaligen Weltmeisters vom ersten Saisonsieg nach 27 Runden mit dem rechten Hinterreifen seines Ferrari. Auch Nico Hülkenberg (Emmerich) dürfte sich ungern an den neunten WM-Lauf der Formel-1-Saison erinnern: Sensationell von Position zwei gestartet, verlor der Force-India-Pilot Platz um Platz und kam zusätzlich nach einer Strafe wegen Tempoüberschreitung in der Boxengasse nur auf Rang 19.

Rosberg (153 Punkte) liegt nun eine Woche vor dem Heim-Grand-Prix von Hamilton in Silverstone am kommenden Sonntag nur noch elf Punkte vor seinem Erzrivalen. Hätte sich Hamilton den Angriff erspart, wäre Rosberg 31 Zähler voraus gewesen - das Team hätte aber sechs Punkte mehr auf dem Konto gehabt. Vettel ist mit 96 Zählern bereits abgeschlagen hinter den Silberpfeilen. Pascal Wehrlein (Worndorf) kam nach Startplatz zwölf im Manor auf Rang zehn und holte seinen ersten WM-Punkt.

 

Vettel nach Reifenplatzer angesäuert

"Das habt ihr doch alle gesehen, was passiert ist, ganz ehrlich, was soll ich denn da noch sagen?", sagte ein völlig angefressener Vettel bei Sky: "Der Reifen fliegt weg, das Rennen ist zu Ende, das war's. Ich hab nix falsch gemacht, wir haben nix Dummes oder Aggressives gemacht." Für Vettel, der wegen eines Getriebewechsels um fünf Startplätze zurückversetzt wurde und von Rang neun bis zum Aus weit nach vorne gekommen war, dürfte dies der endgültige K.o. im Kampf um seinen fünften Titel gewesen sein.

Auch der erste Titel für Rosberg, der am Montag 31 Jahre alt wurde, rückt wieder in etwas weitere Ferne. Dabei flog er nach seiner Rückversetzung auf Startplatz sechs wegen eines Getriebewechsels zwischenzeitlich durch das Feld.

Nach 21 der 71 Runden überholte er bereits Hamilton über die Boxenstrategie. Die Führung übernahm er nach Vettels Aus, das eine Safety-Car-Phase nach sich zog. Auf der "Rosberg-Strecke", wie Hamilton den Kurs in Spielberg selbst genannt hatte, sah alles lange nach einem Erfolg Rosbergs aus - bis Hamilton attackierte.

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