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Datum: 08. November 2012, 12:49 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa
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Leverkusener Castro und Kießling: Vorerst keine Rückkehr ins Nationalteam

Gonzalo Castro, Stefan Kießling, Bayer Leverkusen
Gonzalo Castro (li.) und Stefan Kießling (mi.) spielen bei Jogi Löw keine Rolle

Sie sind in Topform, stehen aber bei Bundestrainer Joachim Löw im Abseits: Das Erfolgsduo Gonzalo Castro und Stefan Kießling von Bayer Leverkusen. Beide gehörten einmal zum Nationalteam, spielen in der Planung von Löw keine Rolle. Doch: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Von Bundestrainer Joachim Löw kam seit Jahren kein Anruf, obwohl die Form stimmt. Bayer Leverkusens Duo Gonzalo Castro und Stefan Kießling gehört seit Wochen zu den Erfolgsgaranten der Werkself, die in der Bundesliga auf Rang vier kletterte, im DFB-Pokal in die dritte Runde einzog und so gut wie sicher das K.o. der Europa League erreichen wird. Vor dem Rückspiel gegen Rapid Wien und kurz vor der Nominierung für das Testspiel gegen die Niederlande sind die beiden bei der Nationalmannschaft aber kein Thema, was man bei Bayer 04 bedauert.

Castro: "Es gab keinen Kontakt"

"Beide sind sehr wichtig für uns. Sie zeigen gute Leistungen", sagte Teamchef Sami Hyypiä, "aber ich heiße nicht Jogi Löw und kann die Entscheidung nicht treffen." Mittelfeldspieler Castro und Stürmer Kießling sind für die Bundestrainer keine Unbekannten. Der 28 Jahre alte Torjäger bestritt sechs Einsätze im A-Team, den letzten am 10. Juli 2010 im WM-Spiel um Platz drei gegen Uruguay. Castro hatte schon als 19-Jähriger am 28. März 2007 gegen Dänemark sein Nationalmannschaftsdebüt gegeben, bestritt aber schon acht Monate danach gegen Wales sein letztes Spiel unter Löw.

"Ich hatte auch in der vergangenen Saison eine starke Phase, da gab es keinen Kontakt", sagte Castro. "Ich mache mich da nicht mehr verrückt. Im Moment ist der Verein viel wichtiger als die Nationalmannschaft." Für Bayer-Trainer Sascha Lewandowski hätte der Deutsch-Spanier das Format, um für das DFB-Team zu spielen: "Wenn er noch eine Schippe draufpackt, traue ich ihm alles zu." Dazu gehört auch, an seinem Killerinstinkt vor dem Tor zu arbeiten. "Wenn er im Abschluss noch einen Tick konsequenter ist, gibt es nur wenige Bessere", so der Chefcoach.

Holzhäuser kämpft für Kießling

Stefan Kießling ist in diesem Jahr saisonübergreifend sogar der beste Torjäger der Bundesliga. Mit 19 Toren in 27 Partien liegt er in der Jahres-Rangliste auf Platz eins vor dem Schalker Klaas Jan Huntelaar (17) - Nationalstürmer Mario Gomez vom FC Bayern München kam nur auf zehn Treffer. Insgesamt hat Kießling in 253 Bundesligaspielen 91 Tore erzielt. In der aktuellen Spielzeit trug er mit sechs Einschüssen in zehn Partien mit zum Aufstieg auf Tabellenrang vier bei.

"Als Chef von Stefan Kießling sage ich: Wenn man eine A-Nationalmannschaft zusammenstellt, kann man nicht an ihm vorbeigehen", sagte Bayer-Vereinschef Wolfgang Holzhäuser. "Er ist seit Jahren konstant." Doch er weiß aus einem Gespräch mit Löw, dass der Vielläufer und Fußball-Malocher nicht in dessen Spielkonzept passt. "Und wenn er berufen würde und nicht spielen würde, wäre das auch schlecht für ihn und uns", meinte Holzhäuser.

Auch Leverkusen Sportdirektor Rudi Völler bricht eine Lanze für den schlaksigen Stürmer. "Wenn er weiter seine Leistung bringt, dann wird es für Joachim Löw immer schwieriger, an ihm vorbei zu kommen", meinte der frühere DFB-Teamchef. Kießling selbst mag auf das Thema nicht mehr gern angesprochen werden. Allerdings hat er die Hoffnung auf eine Berufung und einen Anruf von Löw noch nicht ganz aufgegeben. "Dann würde ich mich freuen, ich käme gerne, logisch", verriet der dem Fachmagazin Kicker.