Der Transfer Deadline-Day könnte im englischen Kalender als Feiertag eingetragen werden. Die Premier League Clubs und vor allem Manchester City und Tottenham Hotspur zelebrierten den letzten Wechsel-Tag mit Genuss und Geld. Der teuerste Mann hieß auch hier Javi.
Manchester Citys Geschäfte waren zum frühen Abend bereits vollzogen. Während Nigel De Jong Meister Manchester in Richtung AC Mailand verließ und dort einen Vierjahresvertrag unterschrieb und Micah Richards seine Zelte in Richtung Newcastle United abbrach, konnte Trainer Roberto Mancini mit Scott Sinclair, Javi Garcia, Richard Wright, Matija Nastajic und Maicon fünf neue Akteure begrüßen.
Für Spaniens Nationalspieler Garcia zahlte City übereinstimmenden Medienberichten nach umgerechnet 22 Millionen Euro in die Kassen von Benfica Lissabon. Günstiger war dagegen Scott Sinclair, der für zehn Millionen Euro von Swansea City kam. "Es gab Momente, da habe ich nicht mehr daran geglaubt", zitierte bbc.co.uk den Außenstürmer Sinclair, der in bisher 62 Premier-League-Spielen zehn Treffer erzielte und für Team GB bei den Olympischen Spielen in London auftrat.
Mancinis Manchester City Wunschquintett
Mit Maicon von Inter Mailand begrüßt Mancini zudem einen alten Schützling am Etihad Stadium. Der brasilianische Verteidiger hatte bei Inter bereits von 2006 bis 2008 unter Mancini gespielt und kommt für 3,8 Millionen Euro. Ebenfalls aus Italien, vom AC Florenz, haben die Citizens zudem Matija Nastasic verpflichtet. Mit dem Nastasic-Geschäft hat Mancini zudem zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, wechselt doch im Gegenzug der unbequeme Stefan Savic gemeinsam mit elf Millionen Euro nach Italien.
Der 34-jährige Keeper Wright, der gerade erst zum Drittligisten Preston North Ende gewechselt war und 2001 immerhin ein Länderspiel für England absolvieren konnte, dürfte dagegen für Erfahrung auf der Bank sorgen.
Das Geld brennt in der Spurs-Tasche
Tottenham Hotspur wollte die nach den Abgängen Luka Modrics und Rafael van der Vaarts aufgelaufenen knappen 60 Millionen Euro unter die Leute bringen. Mit Joao Moutinho vom FC Porto und Hugo Lloris sollte dieses Geld auch gut angelegt werden, doch die Unterschriften der beiden Akteure zogen sich lange hin. Sowohl Lloris als auch Moutinho weilten am Shopping Friday im Spurs-Trainingszentrum, die Ergebnisse ihrer Verhandlungen waren jedoch unterschiedlich.
So vermeldeten die englischen Medien bereits am frühen Abend, dass Moutinho, der bei einer geschätzen Ablöse von 27 Millionen Euro der teuerste Einkauf in der Clubgeschichte geworden wäre, sich mit Tottenham nicht auf einen Vertrag einigen konnte. Der französische Nationalkeeper Lloris, bereits seit einigen Wochen auf der Spurs-Wunschliste, war mit den Konditionen der Londoner einverstanden. Dafür kassierte Olympique Lyon laut BBC umgerechnet 10 Millionen Euro Ablöse, von denen wiederum 25 Prozent in die Tasche von Lloris Stammclub OGC Nizza wandern. Lloris unterschreibt demnach für vier Jahre.
FC Fulham holt Berbatov, Spurs als Dempseys Retter
Beim FC Fulham konnte man sich ebenfalls über einen Neuzugang freuen: Dimitar Berbatov, der in den Tagen zuvor auch mit Clubs aus Italien verhandelt hatte, wechselt innerhalb der Liga zum FC Fulham. Die Cottagers vermeldeten die Unterschrift eines Zweijahresvertrages durch Berbatov, zur Ablöse wollten sie indes keine Aussagen treffen. Laut Medienberichten sollen ungefähr sechs Millionen Euro zu Manchester United geflossen sein.
Dieses Geld dürfte Fulham in den Kassen haben, wenn sie Clint Dempsey noch abgeben können. Doch der wechselwillige Dempsey hatte am Morgen gepokert und ein Angebot von Aston Villa, das an Fulham neun Millionen Euro Ablöse zahlen wollte, abgelehnt. Im Laufe des Abends dürfte das Fingernägelkauen bei Dempsey größer geworden sein, da ein angebliches Angebot des FC Liverpool laut einem Insider gegenüber ESPN nie abgegeben worden war. Der Guardian wiederum vermeldete, das Angebot wäre für die Cottagers weniger lukrativ als das der Villans gewesen.
Als Hoffnungschimmer an Dempseys Horizont tauchten schließlich die Spurs auf, die nach dem vergeblichen Versuch, Moutinho an Land zu ziehen, auf einen anderen Offensivspieler gehofft hatten. Laut Guardian einigten sich Fulham und Tottenham auf eine Ablöse von 7,5 Millionen Euro. Dempsey unterschrieb einen Dreijahresvertrag.
