Lance Armstrong hat bei der US-Beichtmutter der Nation, Oprah Winfrey, ein umfassendes Dopinggeständnis abgelegt. Epo, Cortison, Testosteron sowie Blutdoping prägten seine Karriere, jeder seiner Tour-Siege war mit illegalen Mittel zustande gekommen.
Die Mauer des Schweigens ist eingestürzt, Lance Armstrong hat mit seiner Lebenslüge aufgeräumt: Der gefallene Radstar hat im lang erwarteten Interview mit US-Talkmasterin Oprah Winfrey erstmals die Einnahme von Dopingmitteln während seiner aktiven Karriere eingeräumt. Mit Aussagen über frühere Weggefährten oder mutmaßliche Helfer des ausgeklügelten Systems hielt sich der Texaner dagegen zurück.
"Ich betrachte das als eine große Lüge, die ich sehr häufig wiederholt habe. Wahrscheinlich ist es für die meisten Leute zu spät, und das ist mein Fehler", sagte Armstrong, der den Gebrauch von Epo, Cortison, Testosteron sowie Blutdoping gestand: "Diese Episode meines Lebens ist geprägt von Respektlosigkeiten. Der Sport zahlt jetzt den Preis dafür. Das tut mir leid." Auch bei seinen inzwischen aberkannten sieben Tour-de-France-Siegen (1999 bis 2005) habe er zu Doping gegriffen.
Spende an UCI keine Bestechung
Armstrong, in einem dunkelblauen Anzug gekleidet, wirkte gefasst und sprach mit ruhiger Stimme. In dem 90-minütigen Gespräch machte der Texaner Angaben über seine Motivation zu dopen und sprach von Scham. Gleichzeitig äußerte sich Armstrong zu zahlreichen Anschuldigungen.
Den Vorwurf, mit einer Geldspende an den Radsport-Weltverband UCI eine vermeintliche positive Dopingprobe bei der Tour de Suisse 2001 verschleiert zu haben, wies Armstrong entschieden zurück. "Diese Geschichte ist nicht wahr, es gab dort keinen positiven Test. Ich bin kein Fan der UCI, aber das ist nicht passiert", sagte Armstrong. Der Verband habe ihn nach einer Spende gefragt und er habe zugesagt.
Doping-System nicht erfunden, aber auch nicht gestoppt
Vereinzelte Einblicke gab Armstrong in das Dopingsystem beim Team US-Postal. Dieses sei professionell und intelligent gewesen, die Dopingkultur im Radsport habe er aber nicht eingeführt: "Ich habe aber auch nicht versucht, diese Kultur zu stoppen. Ich habe meine Entscheidungen getroffen, das waren meine Fehler." Auch mit genauen Aussagen zum mutmaßlichen italienischen Dopingarzt Michele Ferrari hielt sich Armstrong zurück. Dieser sei jedoch nicht das "Mastermind" im Dopingsystem gewesen.





