Die sieben aberkannten Siege Lance Armstrongs bei der Tour de France werden per Entscheid der UCI nicht mehr neu vergeben, die Preisgelder werden zurückgefordert. Damit werden auch Jan Ullrich und Andreas Klöden nicht auf den jeweils ersten Rang vorrücken.
In einer Sondersitzung entschied die UCI ebenfalls, von den wegen Dopings verurteilten Fahrern die Preisgelder zurückzufordern. Allein bei der Tour hatte Armstrong mehr als drei Millionen Euro gewonnen. Außerdem reagiert die UCI auf die heftigen Vorwürfe gegen den Verband im Zuge der Affäre und will nach eigenen Worten eine unabhängige Untersuchungskommission einsetzen. Details sollen in der ersten November-Woche mitgeteilt werden.
Wegen jahrelangem Dopings waren Armstrong Anfang dieser Woche die Gelben Trikots der Frankreich-Rundfahrten von 1999 bis 2005 aberkannt worden. Der Amerikaner hatte bei seinen Erfolgen dreimal Ullrich (2000, 2001, 2003) und einmal Klöden (2004) auf den jeweils zweiten Rang in der Gesamtwertung verwiesen. Alex Zülle (1999), Joseba Beloki (2002) und Ivan Basso (2005) erlitten damals wie heute ebenfalls dasselbe Schicksal.
Affäre Lance Armstrong mit Folgen
Der Beschluss der UCI-Kommission ist nach dem Statement des Verbandes ein Präzedenzfall: "Das Komitee hat sich darauf geeinigt, dass bei allen in der Zukunft auftauchenden Dopingfällen der Jahre 1998 bis 2005 nach diesem Muster verfahren wird", zitierte guardian.co.uk. "Auch wenn dieses Vorgehen gegenüber denjenigen, die ohne Doping gefahren sind, sehr harsch erscheint, steht jedoch fest: es ist wenig ehrenvoll durch die Titelaberkennung zu gewinnen."
Fast wie ein Hohn dürfte vor allem angesichts der geforderten Rückzahlung der Preisgelder eine kleinere Nachricht aus dem Wall Street Journal erscheinen. Demnach folge der Veranstalter des New York Marathons dem Beschluss der USADA, sämtliche Titel Lance Armstrongs abzuerkennen. Dabei gehe es nach Aussage der New York Road Runners konkret um Armstrongs Teilnahme am Marathon 2006, bei dem er in 2:59:36 Stunden den 868 Platz belegt hatte.
