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Kritiker haben gefragt, ob Sie noch die Kraft haben bis zur WM 2014?
Löw: Es ist immer so, dass sich ein Trainer nach einem Turnier mit der Enttäuschung aus einer Niederlage und einer emotionalen Vollbelastung von zwei Monaten natürlich fragt, was gibt es an neuen Impulsen, an neuen Ideen. Das ist eine unglaubliche spannende Aufgabe mit diesen hervorragenden Spielern mit charakterlicher Klasse. Deswegen freue ich mich wahninnig und bin stolz, dass ich mit solchen Spielern arbeiten kann.
Manager Oliver Bierhoff hat betont, auch die Teamführung müsse sich ehrlich hinterfragen. Wie wird das passieren?
Löw: Das machen wir ständig, nicht erst nach dem Schweden-Spiel oder nach dem Italien-Spiel. Nach jedem Spiel. In Workshops diskutieren wir manchmal kontrovers und unterschiedlich. Wir hinterfragen uns, was können wir besser machen. Mit manchen Dingen, die so dargestellt werden, bin ich nicht immer einverstanden. Dann heißt es, ist der Bundestrainer beratungsresistent oder kann er keine Fehler zugeben? Wer mich kennt, weiß, dass ich zu meinen Fehlern stehe oder zu einer nicht aufgegangen Strategie.
Nach dem Schweden-Spiel wurde weiter über Führungsspieler diskutiert.
Löw: Es war auffällig. Wir haben genügend Spieler, die eine Dominanz ausstrahlen. Wenn man definiert, was einen Führungsspieler auszeichnet, dann wird man schon sehen, dass wir gute Führungsspieler haben. Da gehört ein großes Können und eine Akzeptanz bei den Mitspielern dazu. Das haben unsere Führungsspieler schon. Wenn man meint, dass wir einen brauchen, der dazwischen haut, auf Freund und Feind einschlägt, um etwas zu bewegen, den haben wir nicht. Darüber bin ich aber auch nicht böse, weil solche Spielertypen können auch mal viel kaputt machen. Da ist dann der Schaden größer.





