Weder ein despotisches System noch die unbefriedete Lage in Bahrain halten FIA und Formel 1 davon ab, den nach blutigen Unruhen vor einem Jahr abgesagten Grand Prix diesmal durchzuführen. Um Sport geht es schon lange nicht mehr, sondern nur noch ums reine Geschäft.
Die Entscheidung der FIA, nach der Absage vom letzten Jahr in dieser Saison das Formel 1-Rennen in Bahrain auszutragen, hat für heftige Diskussionen und viel Kritik gesorgt. Denn die brennenden politischen und sozialen Probleme, die zu blutigen Unruhen und der Absage im letzten Jahr geführt hatten, sind nach wie vor ungelöst. Experten fürchten neuerliche Ausbrüche von Gewalt und kritisieren, dass die Durchführung des Rennens ein falsches Zeichen an das herrschende Regime sei.
"Ich kann garantieren, dieser Grand Prix ist so sicher wie jeder andere", bemühte sich Scheich Abdullah bin Isa Al-Khalifa, Mitglied der bahrainischen Königsfamilie und Funktionär im Motorsport-Weltrat dieser Tage immer wieder zu beteuern. Doch in den Diskussionen um den Formel 1-Grand Prix in Bahrain geht es um deutlich mehr als nur um Sicherheitsfragen.
Es geht auch um Moral und damit um die Neuauflage der in der Geschichte schon so oft gestellten Frage, ob man einem despotischen Regime, das wegen seiner brutalen Gangart und dem wiederholten Verstoß gegen die Menschenrechte international hart kritisiert wurde, mit der Durchführung eines internationalen Sportevents eine Plattform zu Selbstdarstellung bieten darf.
Menschenrechtsaktivisten bezeichnen Bahrain-Grand Prix als "Schande"
Denn dass in Bahrain mit einem enormem Aufwand an Sicherheitskräften alles dafür getan wird, um einen reibungslosen und vorfallsfreien Ablauf der Veranstaltung zu garantieren, dürfte sich von selbst verstehen. Das Herrscherhaus will in diesem Jahr positive Bilder aus seinem zutiefst zerrissenen Land um die Welt schicken, nachdem das Rennen in der letzten Saison wegen der blutigen Unruhen im Zuge des Arabischen Frühlings hatte abgesagt werden müssen. Und dafür benutzt das Al-Khalifa-Regime die Formel 1, die sich dafür willig einspannen lässt.




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