Jahrelang war die Nationalmannschaft eine Wohlfühloase. Diese Zeiten sind vorbei, dafür sorgen sowohl der Erfolgsdruck und die Kritik von außen als auch der interne Konkurrenzkampf. sportal.de nennt die drei härtesten Duelle und sagt, wer sich durchsetzen wird.
Bundestrainer Joachim Löw sorgte vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Irland für Wirbel, weil er Linksverteidiger Marcel Schmelzer wie eine Notlösung darstellte. Löw könne sich ja "keinen besseren schnitzen". Möglicherweise wählte Löw so drastische Worte, die er nach dem Spiel direkt relativierte und für die er sich in der gestrigen PK sogar entschuldigte, weil er auf fast allen anderen Positionen mittlerweile anderes gewohnt ist.
Schmelzer tut sich weiterhin schwer damit, seine völlig andere Ausrichtung beim BVB zu "vergessen", objektiv betrachtet fehlt ihm aber auch die Klasse für das Nationalteam. Ähnlich eng geht es nur noch im Sturm zu, wo Löw zwar auf Miroslav Klose und Mario Gomez bauen kann, dahinter bieten sich nur noch Notlösungen wie Lukas Podolski, Thomas Müller oder André Schürrle an.
Daher wird es wohl noch Jahre dauern, bis der Bundestrainer seine beiden Sorgen-Positionen zur vollen Zufriedenheit besetzen kann. Im Rest der Mannschaft wird der Konkurrenzkampf dagegen immer größer, mittlerweile gibt es 14, 15 Spieler mit dem klaren Anspruch auf einen Stammplatz. Ob sich diese Situation auch in der kuscheligen DFB-Atmosphäre, die zuletzt von Bayern-Präsident Uli Hoeneß angegriffen wurde, als leistungsfördernd herausstellen wird, werden erst die kommenden Monate und Jahre zeigen, aber bei drei Duellen stehen spannende Zeiten bevor:
Mesut Özil vs. Toni Kroos: Wer ist der bessere Spielmacher?
In der EM-Qualifikation gehörte Toni Kroos bereits zu den Stammspielern, allerdings nur wegen der Verletzungssorgen auf der Doppelsechs. 18 Mal stand Kroos bisher im DFB-Team in der Startelf, zwölf Spiele machte er im defensiven Mittelfeld. Seine eigentliche Stärke kommt im offensiven Mittelfeld aber mehr zum Tragen, wie seine beiden Tore gegen Irland wieder eindrucksvoll unter Beweis stellten.
Genau das ist aber Kroos Problem, denn auf der Zehn gilt Mesut Özil als gesetzt, seit der WM 2010 setzte Löw seinen Spielmacher nicht mehr auf die Bank. "Was soll ich sagen", fragte ein mürrischer und etwas ratloser Kroos nach dem Auftritt in Dublin. "Natürlich ist man enttäuscht, dass man hier nicht spielt, wenn man so einen Saisonstart hinlegt."
Damit spielt Kroos auf seine Bilanz beim FC Bayern an, wo er sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League überzeugen konnte, bisher vier Tore erzielte und von Sieg zu Sieg eilt. Özil kam dagegen nur schwer in die Spielzeit, saß zwischenzeitlich bei Real auf der Bank und verbuchte im Clasico gegen den FC Barcelona seine erste Torbeteiligung.





