Während Tommy Haas bei den US Open ausschied, steht Philipp Kohlschreiber in Runde zwei. Beide mögen sich nicht besonders und dieses Thema rückte im Vorfeld des Davis Cups in den Vordergrund. Kohli räumte zudem eigene Fehler bei seiner Olympia-Absage ein.
Vom 14. bis 16. September spielt das DTB-Team im Davis Cup gegen Australien um den Klassenerhalt in der Weltgruppe. Die Wogen nach dem letzen Spiel Anfang des Jahres haben sich aber immer noch nicht ganz geglättet.
Kohlschreiber und Haas: Keine Freunde fürs Leben
Im Februar hatten die deutschen Tennisspieler gegen Argentinien verloren, Kohlschreiber hatte sich mit einer Erkrankung abgemeldet. Daraufhin ließ sich Tommy Haas über seinen Kollegen aus, griff ihn öffentlich an und warf ihm vor, sich nicht beim Team gemeldet zu haben. Auch Teamchef Patrick Kühnen, der nun vor einer schweren Aufgabe bei der Nominierung steht, hatte dies bestätigt.
"Ich habe mich gemeldet und der Mannschaft viel Glück gewünscht", meinte hingegen Kohlschreiber, der im DTB-Team von atmosphärischen Störungen sprach. "Wir sind kein Team, das durch Freundschaft glänzt", so Kohlschreiber, der gerade im Umgang mit Tommy Haas so seine Probleme hat.
"Wir gehen uns aus dem Weg, sagen Hallo, aber jeder macht sein Ding. Dass wir in New York nicht zusammen Steak essen gehen, ist klar", meinte Kohlschreiber und sah dies aber ohne große Emotionalität. "Ich finde das gar nicht schlimm, da muss man Profi genug sein." Wer nun gegen Australien eingesetzt werden soll, blieb offen.
Tommy Haas will sich kurzfristig entscheiden
Ob Haas diese Aufgabe annehmen will, wollte er nach der Niederlage gegen Gulbis weder bestätigen, noch dementieren. "Ich weiß es wirklich noch nicht, die Entscheidung fällt mir schwer", sagte Haas. "Eigentlich brauche ich eine Pause, ich werde in letzter Minute entscheiden." Ob Kohlschreiber am kommenden Dienstag nominiert wird, ist ebenfalls fraglich.
Kohlschreiber: Olympia war ein Fehler
Vergangene Tage hatte es ein Krisengespräch zwischen ihm und Teamchef Kühnen gegeben. "Ein bisschen zu laut" sei Kohlschreiber laut eigener Aussage gewesen. "Ich habe mir Luft verschafft. Für mich war das jetzt ein Schlussstrich", ließ er dieser Einschätzung folgen, erklärte zudem, dass er mit seiner Absage bei den Olympischen Spielen einen Fehler gemacht habe.
"Ich habe mich nicht optimal verhalten und mich nicht zu hundert Prozent richtig ausgedrückt", so Kohlschreiber, der seine Teilnahme an den Spielen in London kurzfristig wegen körperlicher Probleme abgesagt hatte. Daraufhin war er heftig kritisiert worden. "Das hat mir wehgetan, dass Leute denken, dass ich nicht gerne für mein Land spielen würde oder ein Vaterlandsverräter wäre."
