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Datum: 21. Oktober 2012, 14:38 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Kohlschreiber streitet weiter mit Kühnen, Petkovic findet die alte Form zurück

Tennis,Philipp Kohlschreiber,Patrik Kühnen
Philipp Kohlschreiber gießt im Streit mit Patrik Kühnen neues Öl ins Feuer

Andrea Petkovic ist endlich wieder in starker Form und nach eigener Aussage wieder "die alte". Das könnte man, wenn man es böse formuliert, auch von Philipp Kohlschreiber sagen, der neues Öl in den Streit mit Davis Cup-Kapitän Patrik Kühnen goss.

In der Süddeutschen Zeitung schoss Philipp Kohlschreiber erneut mit scharfen Geschützen auf Patrik Kühnen, der ihn nach einem monatelang schwelenden Streit im September nicht für das Davis Cup-Relegationsspiel gegen Australien in Hamburg nominiert hatte. Er habe Kühnen mehrfach die Gelegenheit geboten, den Streit beizulegen, sagte Kohlschreiber, das sei aber nicht geschehen.

"Ich bin jetzt schon wieder drei Wochen vertröstet worden. Das Gespräch wird hinausgezögert, es ist nicht einmal eine Bereitschaft zu erkennen", schimpfte Kohlschreiber. Generell klagte er, von Kühnen kämen pro Jahr "vielleicht zwei E-Mails und drei SMS, mehr Kontakt ist nicht."

Kühnen kommentierte die Vorwürfe nicht weiter, wies lediglich darauf hin, mit dem Deutschen Tennis Bund (DTB) nach wie vor in Verhandlungen über seinen neuen Vertrag zu stehen. "Das hat für mich Priorität. Wenn das geregelt ist, werde ich mich um die Themen und die Planung kümmern", meinte Kühnen. Jetzt will sich DTB-Präsident Altenburg einschalten. "Nachdem wir in der Vergangenheit Philipp Kohlschreiber und Patrik Kühnen in persönlichen Gesprächen mehrfach aufgefordert haben, sich zusammenzusetzen und auszusprechen, werde ich die Beteiligten nun zu einem gemeinsamen Gespräch einladen", so Karl-Georg Altenburg.

Petkovic endlich wieder auf dem Weg zu alter Form

Stress bei den deutschen Herren, dagegen Entspannung bei Andrea Petkovic, die sich derzeit über die beste Woche seit ihrem Comeback, ja das beste Erlebnis 2012 überhaupt freut. Trotz 7:5, 4:6, 4:6-Niederlage gegen Venus Williams im Halbfinale von Luxemburg strahlte sie über das ganze Gesicht.

"Das war das erste Turnier seit meinem Comeback, bei dem ich mich wie die alte Andrea Petkovic gefühlt habe. Das ist sehr wichtig für mich, weil ich in den vergangenen Wochen an mir gezweifelt habe." Erstmals seit Monaten habe sie sich frei in ihren Bewegungen gefühlt und unheimlich viel Selbstvertrauen für 2013 getankt, schwärmte die Darmstädterin.

Vor einem Jahr war sie noch als Ersatzspielerin zur Tennis-WM der besten Acht nach Istanbul gereist, wo von Dienstag an Angelique Kerber aufschlagen wird. Petkovic musste in den vergangenen zwölf Monaten gleich zwei lange Zwangspausen verdauen, so recht in Schwung kam die einstige Top-Ten-Spielerin seit ihrer erneuten Rückkehr im August nicht. In der Weltrangliste fiel Petkovic bis auf Platz 182 zurück. "Mein Comeback hat sich auf jeden Fall gelohnt", unterstrich Petkovic.

Am Ende war Petkovic einfach schlapp

Beim 220.000-Dollar-Turnier in Luxemburg wäre sogar das Endspiel möglich gewesen. Gegen US-Star Williams, die wegen einer Erkrankung mit Erschöpfungssyndromen zwischenzeitlich ebenfalls lange pausieren musste, führte Petkovic im entscheidenden Satz 2:0. Am Ende reichte es nach 2:38 Stunden nicht zum Sieg. "Den einzigen Vorwurf, den ich mir mache, ist, dass ich mich am Ende gegen Venus zurückgezogen habe, aber auch, weil ich einfach schlapp war", sagte Petkovic.