Das olympische Tennisturnier sorgte für deutsche Schlagzeilen. So kam einer, der eigentlich gar nicht spielen sollte, in die zweite Runde - der hieß Philipp Petzschner. Ein anderer reiste erst gar nicht dahin und sorgte für Verwunderung: Philipp Kohlschreiber.
Kurz nach seinem gegen Robin Haase verlorenen Finale in Kitzbühel erklärte Kohlschreiber seinen Verzicht auf Olympia. "Ich habe schon die ganze Woche mit einem verhärteten Fuß gekämpft, und im Finale ist es jetzt noch schlimmer geworden. Jetzt das zweite Mal Olympia absagen zu müssen wegen einer Verletzung, ist natürlich bitter", schrieb Kohlschreiber auf seiner Fan-Homepage.
Er deutete zudem Oberschenkelprobleme an. Kurios: DOSB und der deutsche Tennis-Teamleiter Patrik Kühnen sprachen nach dpa-Informationen allerdings von einer Adduktorenzerrung. "Wir bedauern den Ausfall von Philipp Kohlschreiber sehr", sagte DOSB-Leistungssportdirektor Bernhard Schwank. Der stellvertretende Chef de Mission fügte hinzu: "Mit seinem Viertelfinal-Einzug in Wimbledon hatte er bewiesen, dass er auch bei den Olympischen Spielen in London gute Erfolgsaussichten besaß. Es tut mir leid für ihn."
Bitter ist die Verletzung auch für Tommy Haas, der aufgrund seiner überragenden Form der letzten Wochen und seiner Verdienste in den letzten 15 Jahren ein Olympia-Ticket verdient gehabt hätte, vom DOSB aus unerfindlichen Gründen aber trotzdem nicht nominiert worden war.
Petzschner schlägt Lacko
Für positive Schlagzeilen sorgte dagegen Philipp Petzschner, der erst kurzfristig nachgerückt war und 7:6 (7:5), 6:1 gegen den Slowaken Lukas Lacko gewann. "Ich war nervöser, als ich gedacht hätte. Patrik Kühnen hat mir vorher noch gesagt, dass ich als einer der ersten deutschen Athleten am Start war", sagte der Rasen-Spezialist, der wegen seiner frühen Ansetzung extra nicht an der Eröffnungsfeier teilgenommen hatte. Kühnen nannte Petzschners Auftritt "überzeugend". Der 28-jährige Oberfranke trifft in der zweiten Runde auf den Weltranglisten-Achten Janko Tipsarevic aus Serbien.
Noch beeindruckender war aber das Comeback vom deutschen Duo Angelique Kerber und Sabine Lisicki, dass im ersten Satz überhaupt kein Bein auf die Erde bekommen hatte, schon mit 0:5 zurücklag, ehe der Ehrenpunkt im mit 1:6 verlorenen ersten Satz gelang. Im zweiten drehten die beiden dann richtig auf, konnten mehrere Breakchancen abwehren und den Durchgang mit 6:4 gewinnen und auch den entscheidenden dritten mit 6:3 für sich entscheiden und in die zweite Runde einziehen.
Barthel scheitert an Radwanska
Bereits wieder ihre Olympia-Koffer packen muss dagegen Mona Barthel. Die für Andrea Petkovic im Einzel nachnominierte Newcomerin unterlag der Polin Urszula Radwanska 4:6, 3:6. Die Neumünsteranerin verspielte gegen die jüngere der Radwanska-Schwestern eine 4:2-Führung in Satz eins. "Trotzdem eine schöne Erfahrung. Falls ich in vier Jahren wieder dabei bin, weiß ich, was mich erwartet", sagte Barthel.
Die 22-Jährige verpasste damit ein Duell mit Topfavoritin Serena Williams. Der US-Superstar behauptete sich vor den Augen der tennisbegeisterten US-Präsidentengattin Michelle Obama souverän mit 6:3, 6:1 gegen die frühere serbische Weltranglisten-Erste Jelena Jankovic.
Herren-Topfavorit Roger Federer, wie Williams bei der Olympia-Generalprobe vor drei Wochen in Wimbledon siegreich und noch ohne Einzel-Gold, feierte gegen den Kolumbianer Alejandro Falla einen mühevollen 6:3, 5:7, 6:3-Sieg. Die Nummer eins der Tennis-Welt spielt nun gegen Julien Benneteau aus Frankreich.



alle 9 Kommentare auf einen Blick ansehen
Kommentar schreiben











