Kevin-Prince Boateng vom AC Mailand machte in einem Interview deutlich, dass er nicht mehr sicher sei, ob es für ihn noch Sinn mache, in Italien Fußball zu spielen. Nachdem er in einem Testspiel bei Viertligist Pro Patria ununterbrochen von der Tribüne aus beleidigt worden war, brach der Mittelfeldspieler die Partie nach 26 Minuten ab und verschwand in der Kabine. Für seine Reaktion bekam Boateng Lob von allen Seiten. Dennoch erklärte er in einem Interview mit der Bild, dass ihn dieser Vorfall nicht unberührt lasse: "Ich werde mich nächste Woche mit meinem Berater Roger Wittmann treffen. Dann muss man schauen, ob es weiter Sinn macht, in Italien zu spielen." Weiter heißt es: "Ich war sauer, traurig, geschockt. Dass so etwas im Jahr 2013 noch passiert, ist eine Schande - nicht nur für Italien, sondern für den Fußball auf der ganzen Welt." Er habe mit der Aktion ein Zeichen setzen wollen. "So geht es nicht weiter. Das hätte ich auch im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid getan", sagte Boateng. "Wir dürfen Rassismus nicht tolerieren." Mit ihm verließ auch sein Team den Platz: "Das macht mich stolz, dass wir so gemeinsam ein Zeichen setzen."
Stefan Ahrens
