Beim 1. FC Köln herrscht Ausnahmezustand. Kevin Pezzoni musste den Club verlassen, nachdem ihm einige Fans aufgelauert und körperliche Gewalt andedroht hatten. Der Vorstand beugte sich den Chaoten und verpasste es dabei, ein klares Zeichen zu setzen.
Die direkte Rückkehr in die Bundesliga war beim 1. FC Köln zwar angepeilt, doch war man sich beim Bundesliga-Absteiger darüber im Klaren, dass es ob der Vielzahl an Abgängen schwierig werden könnte. Nun gab es gegen Energie Cottbus die dritte Niederlage im vierten Saisonspiel der 2. Bundesliga und in dem so emotionalen Club brennt es lichterloh.
Sportlich läuft es somit nicht gut, das Thema Aufstieg ist zunächst in weite Ferne gerückt, der Trainer wird in diversen Medien - bei einer weiteren Niederlage im kommenden Spiel gegen den FC St. Pauli - schon aus dem Job geschrieben und die Fans haben es geschafft, mit Kevin Pezzoni einen Spieler aus dem Club zu werfen.
Mit einem Punkt auf dem Konto liegt der 1. FC Köln auf Platz 17 der Tabelle und Trainer Holger Stanislawski übt sich in ersten Durchhalteparolen, möchte auf der anderen Seite auch noch nicht im komplette Panik verfallen. "Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen, sie rennen, machen und tun", so der Trainer des 1. FC Köln bei rp-online.
Kevin Pezzoni von Fans bedroht
"Uns fehlt einfach das scheiß Tor. Der FC ist nicht am Boden. Wir sind da, machen aber die Tore nicht", so Stanislawski weiter. Bei bild.de sprach der Trainer die Probleme innerhalb des Clubs an, nachdem einige Leistungsträger und Führungspersönlichkeiten abgegeben wurden. "Man hat gesehen, dass erfahrene Spieler fehlen."
Soweit die sportlichen Probleme, die in den kommenden Wochen gelöst werden können, oder eben nicht. Viel schlimmer ist es zu beobachten, dass nach dem schwachen Saisonstart einige Fans des 1. FC Köln praktisch den Club übernommen haben und dazu in der Lage sind, einen Spieler wie Kevin Pezzoni unter Androhung von Gewalt zum Gehen zu bewegen - ohne daran gehindert zu werden.
Denn der 1. FC Köln hat nach der Niederlage gegen Energie Cottbus den Vertrag mit Kevin Pezzoni aufgelöst. Offiziell erklärte der Vorstand der Kölner, dass Pezzoni eine neue sportliche Herausforderung suchen würde. Dies ist jedoch nur die Konsequenz nach einer Fan-Aktion gegen den Spieler.
Kevin Pezzoni: Stanislawski bestätigt Übergriffe
Denn, wie auch Holger Stanislawski bestätigte, hatte eine Gruppe von FC Köln-Fans dem Spieler bedroht. "Da hat eine Gruppe von Menschen dem Spieler Pezzoni in dieser Woche vor dessen Privatwohnung aufgelauert, ihn angepöbelt und ihn massiv bedroht", so der Trainer gegenüber der Süddeutschen.
"Sie haben Zettel an sein Auto geklebt und ihm klar gemacht, dass sie ihm weh tun wollen. Damit haben diese Leute eine Grenze überschritten." Weiter sagte er: "Wir haben die beste Lösung für Kevin gesucht. Das war der Abschied. Dabei ging es nicht um finanzielle Dinge. Da muss man Menschlichkeit zeigen. Ich hoffe, er findet wieder Spaß am Fußball."





