Vor vier Wochen hatte Angelique Kerber an selber Stelle das Aus beim Grand-Slam von Wimbledon hinnehmen müssen. Dort war sie bis ins Halbfinale vorgedrungen, beim olympischen Tennis-Turnier blieb ihr der Einzug in die Vorschlussrunde verwehrt.
Zwar hielt Kerber gegen die Weltranglistenerste Victoria Azarenka lange Zeit gut mit, am Ende musste sie allerdings entscheidende Punkte abgeben und eine 4:6 und 5:7-Niederlage hinnehmen.
"Schade, dass es nur einmal in vier Jahren ist. Es war ein unglaubliches Gefühl, hier dabei zu sein", zog Kerber ein versöhnliches Fazit trotz der Niederlage. Ähnlich positiv hatte sie bereits vor genau vier Wochen gewirkt, als sie gegen Agnieszka Radwanska die Segel streichen musste.
Start verschlafen, gut gekämpft
Für negative Gedanken dürfte bei Kerber auch angesichts der Tatsache, dass sie sich gegen Favoriten Azarenka sehr achtbar aus der Affäre gezogen hatte und ihr Ansehen als Top-Ten-Spielerin weiter zementiert hat, kaum Platz gewesen sein. Schnell hatte sie mit 0:3 zurückgelegen, sich dann aber auf ein 4:4 herangekämpft. Doch Azarenka sorgte mit einem Break zum Satzgewinn dafür, dass die Aufholjagd am Ende brotlose Kunst blieb.
Fast als Kopie des ersten Durchgangs musste dann auch der zweite Satz herhalten. Doch zwei Mal kam Kerber noch in die Partie zurück und wehrte beim Stand von 3:5 sogar drei Matchbälle Azarenkas ab. Am Ende behielt die Weißrussin jedoch einmal mehr die Oberhand. "Ich habe in diesem Jahr ja schon einige solcher Spiele gedreht. Deshalb habe ich auch heute bis zum Ende dran geglaubt", erklärte Kerber nach dem Match ihre beeindruckende Moral.
Ihre positive Einstellung will sie auch in den nächsten Tagen beibehalten und noch etwas olympische Luft atmen - anders als Kollegin Julia Görges, die einen Tag nach ihrer Achtelfinalniederlage gegen Maria Kirilenko abreiste. "Ich weiß es noch nicht ganz genau, aber ich würde mir schon noch gerne ein paar andere Sportarten ansehe", so Kerber über ihre Pläne.
