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Jürgen Klopp vor Topspiel: 'Chelsea - das klingt einfach gut!'

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15. September 2016, 15:10 Uhr
Jürgen Klopp
Jürgen Klopp und der FC Liverpool gewannen letzte Saison mit 1:3 beim FC Chelsea

Der FC Liverpool fährt am Freitag mit großem Selbstbewusstsein zum Topspiel des 5. Premier-League-Spieltags beim FC Chelsea. Jürgen Klopp deutet vor dem Knaller an, worauf es ankommen wird und analysiert dabei die Stärken des Gegners. Er selbst wolle für eine Überraschung sorgen - dabei trifft er allerdings auf einen ebenso emotionalen Widersacher, wie er es selbst ist.

Mit einem 4:1-Heimspielsieg gegen Meister Leicester City im Rücken marschiert man durchaus schon mal entspannter nach London an die Stamford Bridge - selbst, wenn es das Topspiel des Spieltags beim bislang ungeschlagenen Mitfavoriten auf den Meistertitel ist. "Es ist aufregend. Es ist ein Spiel, auf das man sich freuen kann. Freitagabend, Chelsea - das klingt einfach gut!", sagte Jürgen Klopp am Mittwoch auf der Pressekonferenz jedenfalls voller Vorfreude.

Nach vier Spielen stehen seine Reds mit sieben Punkten auf Platz sechs, drei Zähler hinter den zweitplatzierten Blues. "Lasst uns dahin fahren und alles versuchen. Das ist eine Herausforderung und wir wollen Chelsea vor Probleme stellen. Wir wollen stark sein und ein gescheites Ergebnis einfahren. Wir müssen gierig bleiben", machte Klopp bei aller Lockerheit klar: "Ich fühle mich gut, wenn ich an das Spiel denke. Das muss nichts heißen - aber ich bin heiß auf das Spiel." 

"Nicht der leichteste Job im Weltfußball"

 An Chelsea hat Klopp ohnehin gute Erinnerungen: In der vergangenen Saison feierte er bei den Blues, die damals noch von Jose Mourinho trainiert wurden, seinen ersten Auswärtserfolg als Liverpool-Trainer (3:1). "Spiele an der Stamford Bridge werden immer eine besondere Sache sein", stellte Klopp klar: "Die letzte Saison war keine Chelsea-Saison, aber jetzt sind sie zurück in der Spur."

Trotz der Zuversicht warnte der Liverpool-Coach vor dem Gegner: "Sie verteidigen stark und greifen sehr schnell an. Es ist also nicht der leichteste Job im Weltfußball. Wir müssen uns für das Chelsea-Spiel noch verbessern, denn sie sind extrem erfahren." Dabei betonte Klopp noch einmal die unangenehme Spielweise der Blues: "Sie schaffen es, selbst in einem Spiel, in dem sie wirklich hässlich spielen, cool zu bleiben und im richtigen Moment das Tor zu schießen."

Das letzte Ergebnis des Gegners (2:2 gegen Swansea) trüge, so Klopp: "Wer das Spiel gesehen hat, weiß, dass sie locker hätten gewinnen können."

Für Chelseas Stürmer Diego Costa hatte der Deutsche besonders lobende Worte über: "Weltklasse", sagte Klopp, als er den Angreifer beschreiben sollte. Vier Tore in vier Spielen erzielte Costa in dieser Saison bereits. "Er ist ein echter Krieger auf dem Platz und setzt die ganze Zeit seinen Körper ein. Das ist ganz klar seine Stärke. Gegen Swansea war er fast nicht zu stoppen", richtete Klopp seine Worte an seine Verteidiger. 

Klopp will überraschen

Wichtig sei es aus Liverpooler Sicht, an das Leicester-Spiel anzuknüpfen. "Unsere Bewegung war brillant, das hat jeder gesehen. Wir waren sehr flexibel in der Offensive und diese Flexibilität ist in jedem Spiel der Schlüssel zum Erfolg. Wir haben in vielen Situationen die richtige Lösung gefunden - ob wir sechs, sieben, acht oder vielleicht auch nur fünf Spieler am oder im Strafraum waren."

Ein besonderes Augenmerk liege darauf, "sich im Spiel sicherer zu fühlen. Manchmal geben wir den Ball zu hektisch her. Wir müssen einzelne Situationen besser kontrollieren", so Klopp: "Wir brauchen gar nicht mehr Tore - vier sind mehr als genug."

Für die defensive Stabilität kommt den Reds daher entgegen, dass Dejan Lovren im Abwehrzentrum neben Joel Matip wieder zur Verfügung stehen wird. Doch Klopp klügelt einen neuen Plan aus: "Ich habe diese Woche darüber nachgedacht, wie wir Momente kreieren können, die Chelsea nicht voraussehen kann." 

Conte" "Der Guardiola von Turin"

Das Duell Chelsea gegen Liverpool ist aber auch eines der Trainer. Mit Antonio Conte haben die Jungs von der Stamford Bridge einen neuen Coach - der Saisonstart unter dem Taktikfuchs war vielversprechend. Ähnlich wie Klopp ist der Italiener am Seitenrand aber auch ein emotionaler Hitzkopf: "Ich kenne Antonio nicht gut genug, um zu wissen, warum er das macht. Er scheint ziemlich emotional zu sein, auch wenn sie nicht treffen", meinte Klopp.

Die Qualität des Trainers sei aber unbestritten: "Er ist ein großartiger, erfolgreicher Trainer. Wenn man so will, ist er der Pep Guardiola von Juventus, da er ihren erfolgreichen Stil kreiert hat und auch mit der Nationalmannschaft Erfolg hatte", meinte Klopp, der aber klarstellte: "Ich spiele nicht gegen Conte."

Den Respekt, den Liverpool vor Chelsea hat, ist sich Klopp auch vom Gegner sicher: "Ich glaube, sie denken genauso über uns."

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