Weniger als 24 Stunden vor seiner Anhörung wegen der Rassismus-Vorwürfe gegenüber Anton Ferdinand vor dem englischen Verband (FA) hat John Terry seinen Rücktritt aus der englischen Nationalmannschaft bekanntgegeben.
Damit beendete Terry seine wechselhafte Karriere von 78 Spielen für die Three Lions, in der der 31-Jährige zweimal die Kapitänsbinde verlor.
Erstmals wurde sie ihm 2010 abgenommen, als es Gerüchte gab, dass Terry ein Verhältnis mit der Freundin seines früheren Teamkollegen beim FC Chelsea und der englischen Nationalmannschaft Wayne Bridge gehabt habe. Und zum zweiten Mal im Februar 2012 im Zuge der Ferdinand-Affäre.
Die FA verfolgt die Vorwürfe gegen John Terry weiter
Ein Gericht hatte Terry aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf freigesprochen, Anton Ferdinand während eines Spiels rassistisch beleidigt zu haben, doch der englische Verband sah die Angelegenheit noch nicht als geklärt an und verfolgte sie weiter.
"Ich gebe dieses Statement heute hier vor der Anhörung durch die FA ab, da ich glaube, dass die FA durch die Weiterverfolgung der Vorwürfe gegen mich - obwohl ich vor einem ordentlichen Gericht freigesprochen wurde - meine Position in der Nationalmannschaft untragbar macht", sagte Terry als Erklärung für seinen Rücktritt. Terry will sich nun auf den FC Chelsea konzentrieren, den Club, bei dem er seine gesamte professionelle Karriere verbracht hat.
England-Legenden bedauern Terry-Rücktritt
Sein Rücktritt wurde mit Bedauern aufgenommen. "Man kann von John Terry denken, was man will, aber er hat immer alles gegeben für England: Ein starker Anführer und ein großartiger Verteidiger", sagte Englands Stürmer-Legende Gary Lineker laut thesun.co.uk.
Ray Wilkins, früherer Kapitän des FC Chelsea und der englischen Nationalmannschaft bedauerte vor allem Nationaltrainer Roy Hodgson, der Terry mit seiner Nominierung für die EM 2012 den Rücken gestärkt hatte. "Auf dem Platz macht John, was der Trainer von ihm verlangt: das Team von vorne zu führen. Ich bin sehr traurig für Roy - er hatte klar gemacht, dass er Terry als Innenverteidiger dabei haben wollte. Es ist ein großer Verlust."
Hodgson hatte gehofft, dass Terry von englischen Verband ebenfalls von jeder Schuld befreit werden würde, doch sein nun Ex-Kapitän entschloss sich, bereits vor der Entscheidung der FA seine Konsequenzen zu ziehen. Seinen Nationaltrainer, zu dem er ein enges Verhältnis hat, soll er persönlich vor der Verkündung seines Rücktritts in Kenntnis gesetzt haben.
