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John Degenkolb gewinnt Klassiker Mailand-Sanremo

Zu den Kommentaren1 Kommentar   |   Quelle: sid
22. März 2015, 17:36 Uhr
John Degenkolb
John Degenkolb erfüllte sich mit diesem Sieg einen Traum

Radprofi John Degenkolb ist in die Reihe der großen Klassikerfahrer aufgestiegen. Der 26-Jährige holte sich bei Mailand-Sanremo den ersten Erfolg seiner Laufbahn bei einem der fünf Monumente.

Nach seinem imponierenden Kraftakt schlug John Degenkolb die Hände überwältigt vor Freude vor das Gesicht und schüttelte fassungslos den Kopf. Mit dem Sieg beim Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo hat sich der Radprofi aus Thüringen einen Lebenstraum erfüllt. Am Ende einer 293 km langen Tortur und nach fast sieben Stunden im Sattel setzte der 26-Jährige die größten Reserven frei und wies im Sprint Vorjahressieger Alexander Kristoff in die Schranken.

Für Degenkolb war es die bisherige Krönung seiner Karriere. Beim Siegerkuss zeigte er sein schönstes Lächeln und darf sich nun auch das Foto von der legendären Via Roma zu Hause an die Wand hängen - so wie der Kapitän des deutschen Teams Giant-Alpecin es sich vorgestellt hatte.

"Letztes Jahr war das hier vielleicht die größte Enttäuschung meiner Karriere. Umso schöner ist es, heute zu gewinnen. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben", sagte Degenkolb überwältigt: "Das ist mein erster Sieg bei einem Monument, ich bin überglücklich. So viele große Namen haben auf der Via Roma gewonnen und nun auch ich."


 

Erfolg mit Tradition

Degenkolbs Triumph war der insgesamt siebte Erfolg eines deutschen Fahrers beim ersten großen Highlight der Radsport-Saison. Vor dem Wahl-Frankfurter hatten sich Rudi Altig (1968), Erik Zabel (2001, 2000, 1998, 1997) und Gerald Ciolek (2013) beim längsten klassischen Eintagesrennen in die Siegerliste eingetragen. Ciolek hatte diesmal Pech. Gut positioniert stürzte der Kölner in der Abfahrt vom Poggio und schleuderte vor Wut seinen Helm auf den Asphalt.

Degenkolb dagegen bewies Übersicht und Stehvermögen. Im Endspurt hatte der gebürtige Geraer letztlich fast eine Radlänge Vorsprung, nachdem er nervenstark den Antritt abgewartet hatte. "Das Finale war sehr hektisch. Ich habe den richtigen Moment erwischt", sagte er. Degenkolb hatte seinen bisher größten Triumph im Vorjahr bei Gent-Wevelgem errungen, bei der Tour de France ist er noch ohne Tagessieg. Im Vorjahr hatte nur ein Reifendefekt am Fuß des Poggio ein Top-Ergebnis verhindert.

In der entscheidenden Rennphase fuhr Degenkolb zwar dezent, aber immer wachsam. Ungefähr 40 km vor dem Ziel über den Capo Berta war das Tempo spürbar erhöht worden, und auf dem vom Regen rutschigen Asphalt mehrten sich die Stürze - in einen war der Rostocker Paul Voss (Bora-Argon 18) verwickelt. Degenkolb war stets in vorderer Position erkennbar, während an der Cipressa bei ungefähr 20 verbleibenden Kilometern der Sieger von 2009, Mark Cavendish (Großbritannien/Etixx-Quick Step), bereits Probleme bekam.

Degenkolb hatte sich schon vorher selbstbewusst gegeben, auch die Aussicht auf eine mögliche Regenschlacht schreckte ihn nicht. Vor dem Start in Mailand wirkte er relaxt, fast so, als freue er sich über die kniffligen Bedingungen entlang der italienischen Riviera, die sich gegen Ende allerdings deutlich besserten. Da blitze sogar die Sonne heraus. "Ich brauche ein hartes Rennen, dann kann ich vor dem Sprint einige abhängen", hatte der Sanremo-Fünfte von 2012 bei der Einschreibung am Morgen gesagt - und in der Tat war ihm die Tempohatz im Finale wie auf den Leib geschneidert.

zu "John Degenkolb gewinnt Klassiker Mailand-Sanremo"
1 Kommentare
Letzter Kommentar:
Punkt schrieb am 22.03.2015 22:56
Geil, GEIL, Geil!!!
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