Der vom FC Bayern heftig umworbene Javier Martínez will rasch Klarheit über seine Zukunft. "Ich warte ab und hoffe auf eine schnelle Entscheidung", sagte der spanische Nationalspieler der Bild am Sonntag. Die Münchner sind bereit, für den 23 Jahre alten Mittelfeldmann von Athletic Bilbao die festgeschriebene Ablöse von rund 40 Millionen Euro zu zahlen. Die Spanier aber wollen Martínez bisher partout nicht gehen lassen - inzwischen droht der Transfer an Fragen des spanischen Steuerrechts zu scheitern. Bilbao nämlich will bislang keinen Transfervertrag mit den Bayern aufsetzen, sondern besteht darauf, dass Martínez den Scheck über die 40 Millionen Euro selbst beim spanischen Ligaverband hinterlegt. Dadurch könnte Martínez gezwungen sein, Einkommensteuer zu zahlen - viel Geld, das letztlich wohl die Bayern noch obendrauf zahlen müssten. "Ich bin entspannt, trainiere, halte mich fit und warte ab, dass eine Entscheidung fällt", äußerte Martinez. Sportchef Matthias Sammer hatte schon am Samstag deutlich gemacht, "dass wir von Bilbao eine schriftliche Formalie brauchen, damit der Transfer stattfinden kann". Eine Alternative zum Spanier hätten die Münchner nicht als Neuverpflichtung im Auge. "Wir sind fixiert auf ihn, haben keinen Plan B", betonte Sammer bei Liga total.
Martinez-Wechsel scheitert vermutlich an Clubboss
Das große Problem war bisher nicht der Spieler, so berichten spanische und deutsche Medien übereinstimmend, sondern der Verein. Athletic Bilbao ist partout nicht bereit, den Mittelfeldspieler abzugeben. Das liegt zum einen an der sportlichen Bedeutung von Javi Martinez für Bilbao, aber auch daran, dass Präsident Josu Urrutia im Herbst um seine Wiederwahl bangt. Bilbao verliert schon Torjäger Fernando Llorente, der bekannt gab, dass er seinen Vertrag nicht verlängern werde. Martinez freut sich unterdessen darüber, dass in Deutschland das Interesse an seiner Person groß ist: "Ich habe mitbekommen, dass die Zeitungen in Deutschland voll mit mir und meinem Leben sind. Das ist Wahnsinn. Es ist ein tolles Gefühl, dass sich die Menschen in Deutschland so für mich interessieren", so der Spanier laut Bild.
