Der Saisonstart in der spanischen Primera Division ist in Gefahr! Eine Mehrzahl der Erstligaclubs drohen mit Streiks und verweisen auf vergangenes Jahr, als der Saisonstart verschoben wurde. Doch dieses Mal gibt es gleich zwei Probleme in Spanien, die es zu lösen gilt.
Erinnern Sie sich noch an letztes Jahr um diese Zeit? Die europäischen Ligen standen kurz vor dem Saisonstart. Die Vereine tätigten noch letzte Transfers. Die Fans fieberten spannenden Begegnungen und den Neueinkäufen in Aktion entgegen. Doch nicht überall lief alles nach Plan.
In Spanien drohen erneut Streiks
Während in England aufgrund von Unruhen in London der erste Spieltag verschoben wurde, streikten in Italien und Spanien die Spieler wegen ihrer Rahmentarifverträge, die noch nicht unterschrieben worden waren. Lediglich in Deutschland und Frankreich starteten in zwei der fünf großen europäischen Ligen die Spielzeiten pünktlich.
Ein Jahr später läuft in Spanien erneut alles auf einen Streik hinaus. Getreu dem Motto "Täglich grüßt das Murmeltier" drohen dreizehn der zwanzig Vereine in der Primera Division mit einem Boykott zum Saisonstart. Dieses Mal geht es nicht um Spielerverträge und Tarife, sondern um Spielzeiten und TV-Verträge. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Vereine: "Wenn es keine akzeptable Lösung gibt, sind die unterzeichnenden Vereine bereit, alle notwendigen Maßnahmen zu treffen. Dazu gehört auch ein Aufschub des Saisonbeginns."
Vereine sehen zwei Probleme
Aber wo genau liegt jetzt das Problem in Spanien? Zunächst hat die Profi-Liga (LFP) den Anstoß einzelner Partien auf 23 Uhr angesetzt. Als Begründung gab die LFP die sommerliche Hitze im Land des Welt- und Europameisters an und bezeichnete die Spielansetzungen als eine Art Ausnahmeregelung. Für eine Änderung der Spielzeiten sieht die LFP keinen Anlass: "Die Meisterschaft wird wie geplant am 18./19. August beginnen."
Ein weiteres Problem sind die Fernsehrechte. Kleinere Clubs wie Athletic Bilbao, Betis oder FC Sevilla beteiligen sich am Aufstand, da sie sich in der Verteilung der Fernsehgelder ungerecht behandelt fühlen. Sie beklagen sich darüber, dass die Spitzenvereine Real Madrid und FC Barcelona fast die Hälfte der Einnahmen kassieren. Erschwerend hinzu kommt, dass die Übertragungsrechte für die in rund eineinhalb Wochen startende Saison noch nicht geklärt seien. "Diese unsichere Rechtslage betrifft alle Vereine", betonten die rebellierenden Vereine.
Barca und Real halten sich raus
Die Situation bei den TV-Rechten ist verzwickt. Die Medienkonzerne Mediapro und Prisa streiten sich bislang um ihre Anteile. Dabei hatte sich vor drei Jahren noch Mediapro die Rechte an den meisten La Liga-Clubs gesichert. Die Prisa-Gruppe, zu der unter anderem die Zeitung "El País" und der Pay-TV-Sender "Canal+" gehören, betrachtet den Vertrag aufgrund eines Gerichtsurteils jedoch als hinfällig und warb infolgedessen Mediapro die TV-Rechte mehrerer Clubs ab, was Mediapro wiederum für illegal hält.
Die Leidtragenden sind die Vereine, denn im Endeffekt steht noch nicht fest, welches Medienunternehmen seine Kameras in welchem Stadion positionieren kann und mit welchen Einnahmen gerechnet werden kann. Den zwei ligaweiten Übermannschaften aus Madrid und Barcelona dürfte der Streit relativ egal sein, sie beteiligten sich auch nicht an der Streikdrohung.
