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Datum: 16. August 2012, 15:19 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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HSV-Neuzugang Paul Scharner äußert sich zu Nationalmannschafts-Eklat

Paul scharner, HSV
Paul Scharner beim HSV-Training

Nachdem Paul Scharner aus dem Quartier der Österreicher abgereist und zum Hamburger SV gestoßen war, gab es Spekulationen um die Beweggründe des Verteidigers. Den Aussagen seines Verbandes widersprach Scharner nun.

HSV-Neuzugang Paul Scharner hat im Konflikt mit seinem Nationaltrainer Marcel Koller Stellung bezogen und dessen Darstellung seines Abgangs widersprochen. Laut des österreichischen Verbandes soll der Verteidiger vor dem Länderspiel gegen die Türkei eine Schlüsselrolle im ÖFB-Team gefordert haben. Als ihm diese nicht eingeräumt wurde und er sich im Länderspiel auf die Bank setzen sollte, soll Scharner aus dem Nationalmannschafts-Quartier Österreichs abgereist sein.

Nun widerspricht der 32-Jährige den Aussagen seines Verbandes."Schon bei meiner Ankunft in Österreich war den Medien zu entnehmen, dass ich gegen die Türkei und auch in Zukunft nicht mehr spielen werde", wurde Scharner auf der Homepage des HSV zitiert. Scharner bezeichnete die Darstellung des Verbandes als "absolut nicht zutreffend".

Scharner sollte in den Mannschaftsrat

Weiter sagte er, er habe im Vorfeld des Länderspiels das Gespräch mit Koller gesucht und ihm wurde in diesem Gespräch bestätigt, dass dieser künftig auf andere Spieler setzen würde. Statt auf ihn zu bauen, habe Koller Scharner "in den Mannschaftsrat beordert, weil ich das Team pushen und führen sollte", erklärte er weiter. "Diese Rolle kann ich nicht akzeptieren und dafür kann ich mich auch nicht zur Verfügung stellen. Das kommt der Funktion eines Trainers gleich"

Daraufhin habe Koller weitere Einsätze des Verteidigers unter seiner Regie abgelehnt. Aus diesem Grunde habe Scharner die Nationalmannschaft verlassen. Vorher hatte sich Koller zu den angeblichen Forderungen Scharners geäußert."Ich kann es nicht akzeptieren, wenn einer einen Stammplatz fordert. Unter mir wird er sicher nicht mehr spielen", hatte er in einem ORF-Interview gesagt.

Rückendeckung bekam der Nationalcoach von ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner: "Man kann nicht einen Stammplatz fordern, da gibt es nur die Möglichkeit, dass man getrennte Wege geht. Wenn ein Spieler für die Nationalmannschaft nicht bereit ist, sich auf die Ersatzbank zu setzen, dann ist es die Entscheidung aller, dass man so einen Spieler nicht mehr dabeihat."

Der HSV hat Scharner für sich

Ob die Version von Scharner der Wahrheit näher ist, als die Aussagen des Verbandes und was sich zwischen dem erfahrenen Nationalspieler und seinem Trainer zugetragen hat, wird wohl nicht abschließend geklärt werden können.

Aber dass Scharner in der Ära Koller kein Spiel mehr im Nationalteam bestreiten wird, scheint klar. "Dann kann ich mich besser mit voller Kraft dem HSV widmen", sagte Scharner, der bereits am Donnerstag auf dem Hamburger Trainingsgelände auftauchte.