Die deutschen Hockey-Herren waren bereits für das Halbfinale gegen Australien qualifiziert, liefen im letzten Gruppenspiel gegen Neuseeland einem Rückstand hinterher, am Ende hieß es 5:5 (2:4), doch Kapitän Max Müller musste verletzt raus.
Deutschlands Hockey-Herren müssen zur Erfüllung ihrer Gold-Mission durchs Fegefeuer. Der vorzeitig als Gruppenzweiter ins Halbfinale vorgedrungene Olympiasieger von 2008 hat in einer Neuauflage der vergangenen drei WM-Endspiele den Weltmeister und Weltranglisten-Ersten Australien aus dem Weg zu räumen. Am Donnerstag (16.30 Uhr) geht es um den Einzug ins Finale.
Für diese Aufgabe sollte der Europameister allerdings besser auftreten als beim schlappen 5:5 (2:4) im bedeutungslosen letzten Gruppenmatch gegen Neuseeland. Denn Top-Favorit Australien fertigte Pakistan mit 7:0 ab. Die Tore für das deutsche Team von Oskar Deecke (10. Minute), Florian Fuchs (27.), Thilo Stralkowski (47.) und Christopher Zeller (51./69.) reichten in der von eigenartigen Schiedsrichter-Entscheidungen begleiteten Partie nicht zum Sieg der deutschen Mannschaft.
Gute Chancen für Deutsche Herren
Die Verantwortlichen sind dennoch optimistisch. "Unserer Mannschaft traue ich alles zu. Sie ist exzellent vorbereitet und war bisher immer in der Lage, sich in entscheidenden Phasen zu motivieren und zu fokussieren", sagte DHB-Chef Stephan Abel. Er sprach vor dem Neuseeland-Spiel von "sehr guten Chancen".
Die positive Länderspiel-Bilanz von 47:45 Siegen spricht knapp dafür wie die Ergebnisse der jüngsten drei WM-Finals: Die Deutschen triumphierten 2002 und 2006, die Australier wurden 2010 WM-Champions. Die Auftritte in London sprechen dagegen deutlich für die "Hockeyroos". Das habe nicht viel zu bedeuten, glaubt Sportdirektor Heino Knuf: "Wir sind hier noch nicht am Leitungslimit gewesen und müssen uns auf unsere Stärken fokussieren."
Markus Weise: "Mit Volldampf ins Halbfinale"
Markus Weise weiß, dass das Turnier jetzt erst wirklich beginnt. "Nun gehen wir mit Volldampf das Halbfinal-Spiel an. Wir sind genau da, wo wir sein wollen. Und unsere Reise ist noch nicht zu Ende", verkündete der Trainer forsch. Die erfolgsverwöhnten Akteure, die sich nach der folgenlosen, aber empfindlichen 1:3 Schlappe gegen den Erzrivalen Niederlande von ihrem Coach einiges anhören mussten, würden "mit den Hufen scharren", meinte Torjäger Christopher Zeller.
Gegen Neuseeland war davon lange nichts zu sehen: Die Deutschen verschliefen die erste Hälfte und wirkten in der von eigenartigen Referee-Entscheidungen begleiteten Partie im Londoner Regen lustlos. Die Tore von Oskar Deecke, Florian Fuchs, Thilo Stralkowski und zweimal Christopher Zeller reichten so eben zu einem Punktgewinn. Kapitän Max Müller verletzte sich an der Hand und musste ausgewechselt werden. Eine genaue Diagnose steht aus.
Niederlande trifft auf Großbritannien
Via Frühstücksfernsehen hatten Weise & Co. am Morgen vom vorzeitigen Halbfinal-Einzug erfahren. Sie profitierten vom 2:4 des Verfolgers Südkorea gegen Gruppensieger Niederlande, der nun auf Turnier-Gastgeber Großbritannien trifft. Die Briten spielten gegen Spanien 1:1, hätten aber mit zwölf Toren Vorsprung siegen müssen, um statt Australien gegen die Deutschen zu spielen. Sie wären auch ein knallharter Widersacher gewesen. Das demonstrierten die heimstarken Briten im Gruppenmatch gegen die Australier. Angepeitscht von 16.000 Fans machten sie am Sonntag aus einem 0:3 ein 3:3. Sie zeigten, dass auch der WM-Champion verwundbar ist.
