Die deutschen Hockey-Damen haben im vierten Gruppenspiel ihre Grenzen aufgezeigt bekommen und werden das Halbfinale beim olympischen Turnier in London wohl verpassen. Gegen Weltmeister Argentinien verlor die DHB-Auswahl verdient mit 1:3.
Damit ist das Aus für das ambitionierte Team von Bundestrainer Michael Behrmann kaum noch abzuwenden. Am letzten Spieltag bräuchte die deutsche Mannschaft einen Sieg mit mindestens drei Toren Unterschied gegen die bisher so überzeugenden Neuseeländerinnen, zudem müsste Argentinien hoch gegen Australien gewinnen.
Argentinien war über weite Strecken das bessere Team und feierte einen verdienten Erfolg. Daniela Sruoga (13.), Superstar Luciana Aymar (28.) und Rocio Sanchez-Moccia (67.) trafen für den Weltmeister, der zwischenzeitliche Anschlusstreffer von Nina Hasselmann (66.) brachte nur für Sekunden Hoffnung.
Haases Ballverlust leitet die Niederlage ein
Nach einer Ehrung für Bundestrainer Behrmann, der zum 200. Mal bei einem Damen-Länderspiel auf der deutschen Bank Platz nahm, konnte die richtungsweisende Partie beginnen. Die DHB-Auswahl, die letztmals am 24. Januar 2008 die starken Südamerikanerinnen bezwingen konnte, begann verhalten. Ein alle Chancen erhaltender Punkt war das Mindestziel. Doch die Strategie wurde früh durchkreuzt: Mandy Haase verlor den Ball leichtfertig, im Anschluss konnte Katharina Otte die Flanke nicht kontrollieren und Sruoga staubte problemlos ab.
Deutschland stand zwar gut geordnet, in der Offensive mangelte es dem Team um Spielführerin Fanny Rinne aber an Ideen. Bezeichnend, dass der Schuss von Julia Müller (35.) kurz vor der Pausensirene die erste torgefährliche Aktion des Vize-Europameisters war. Da stand es allerdings schon 0:2, denn nach der vierten argentinischen Strafecke - Deutschland hatte im ganze Spiel nur zwei - zeigte Aymar ihre ganze Klasse: Sie lupfte den Ball über Haase und schoss trocken ein. Dieser von den Fans der Löwinnen umjubelte Treffer war Hockey in Perfektion.
Nach dem Wechsel machten die zuerst auf das Feld zurückgekehrten Behrmann-Schützlinge einen entschlossenen Eindruck. Doch an den Kräfteverhältnissen änderte sich nicht viel. Der Weltmeister kontrollierte das Spiel und hätte es beinahe frühzeitig entschieden, doch Rinne klärte für die bereits ausgespielte Torfrau Yvonne Frank kurz vor der Linie (45.). Lisa Hahn (55./57.) vergab die Chance auf das Ehrentor für die nun stärker aufkommenden Deutschen.
