Peking-Olympiasieger Matthias Steiner wird bei einem möglichen Medaillengewinn in London kein Foto während der Siegerehrung in die Kameras halten. Auch nicht von seinem zweijährigen Sohn und seiner Frau Inge Posmyk, die er vor zweieinhalb Jahren geheiratet hat. "Das würde ihm auch keiner abnehmen. Das mit Susi war etwas Einmaliges. Das soll es auch bleiben", sagte Posmyk in einem Interview der Welt am Sonntag. Steiners erste Ehefrau Susann, die er 2005 geheiratet hatte, war anderthalb Jahre später bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Vor allem die Geste, als er bei der Siegerehrung in Peking das Foto seiner verstorbenen Frau zeigte, rührte Millionen Menschen und machte ihn zu einem der bekanntesten Olympiasieger weltweit. Inge Posmyk versicherte, dass sie "mit seiner Tragödie sehr gut umgehen kann. Deswegen hat er sich für mich entschieden. Er hat jemanden gebraucht, der Verständnis für seine Lebensgeschichte hat, der ihn auch trauern lässt und nicht sagt: 'Ich bin jetzt hier die Nummer Eins.'" Viele könnten nicht akzeptieren, "dass man auch zwei Frauen lieben kann - die verstorbene und die neue, die dem Mann die Möglichkeit gibt, die verlorene Frau weiter zu lieben. Susi ist geistig immer anwesend", bekannte die frühere TV-Modertorin. Es verletzte sie, wenn Menschen sagen: "Wie konnte sich Matthias nur so schnell wieder verlieben." Die Entscheidung im Superschwergewicht fällt am Dienstag (20.00 Uhr). Steiner zählt nicht zu den Favoriten. An seiner Seite in der A-Gruppe steht Almir Velagic aus Speyer.



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