Neun Spiele, neun Siege - die Bilanz des FC Bayern München war makellos, die Niederlage in der Champions League bei BATE Borisov überraschend. So ein Ausrutscher kann passieren, doch der Zwist zwischen Jupp Heynckes und Matthias Sammer wirft Fragen auf.
Spielfreudig und erfolgreich auf dem Platz, harmonisch und kontrolliert im Umfeld - bei Bayern München schien die Welt bis zum Spiel in Borisov so in Ordnung zu sein wie schon lange nicht mehr. Auch der Auftritt von Sportdirektor Sammer nach dem 2:0-Sieg bei Werder Bremen stand dazu zunächst nicht im Widerspruch.
"Wir waren zwar wach, aber so richtig hellwach waren wir nicht. Wir waren nicht richtig gallig. Wir waren zu letschern", hatte er trotz des Sieges die Leistung des FC Bayern gegenüber verschiedenen TV-Sendern öffentlich kritisiert.
Sammer füllt bei Bayern München seine Rolle wie erwartet aus
Einen Tag später erklärte Matthias Sammer via bild.de, dass der Auftritt mit dem Trainer abgestimmt gewesen sei. Die Bayern-Bosse standen der Aktion wohlwollend gegenüber, denn genau dafür hatten sie "Motzki" Sammer schließlich geholt. Reizpunkte soll der setzen, die Motivation hochhalten und vor zu schneller Zufriedenheit warnen - die Kritik nach dem Bremen-Spiel passte da genau ins Bild.
Jupp Heynckes mit Kritik von Sammer nicht einverstanden
So weit so gut, völlig unerwartet waren nach dieser Vorgeschichte jedoch die Worte von Bayern-Trainer Jupp Heynckes vor dem Spiel in der Champions League bei BATE Borisov. "Mit der Form, der Art und Weise war ich nicht einverstanden. Das habe ich ihm auch gesagt", monierte der Coach da gegenüber Sky die Worte Sammers nach dem Sieg in Bremen. "Ich finde, dass die Kritik überzogen war. Ich finde auch, wir sollen die Kritik intern machen und nicht extern." Vor dem Rückflug einen Tag später legte er laut den Kollegen von spox.com noch nach: "Das ist Populismus, und den können wir hier nicht gebrauchen."
Nanu? Diese Aussagen klingen ganz und gar nicht so, als wäre die Kritik von Matthias Sammer mit Jupp Heynckes abgesprochen gewesen. Wochenlang haben sich die beiden Mühe gegeben, Einigkeit zu demonstrieren. Sammer darf während der Spiele auf der Bank sitzen oder steht bei den Trainingseinheiten am Spielfeldrand - alles kein Problem. Beide fanden stets lobende Worte füreinander.





